Bibelwoche 2017

Auch in diesem Jahr findet wieder eine Bibelwoche statt, zu der wir Sie herzlich einladen. Diesmal steht sie unter dem Motto:

Bist du es? Oder: Wir haben seinen Stern gesehen.

Feb
26
So
Gottesdienste zur Eröffnung der Bibelwoche – Thema: Unter einem guten Stern oder: Nichts passierte zufällig (Matthäus 2,1-12) @ Kirchschule Niederschindmaas
Feb 26 um 9:00 – 10:00

Gottesdienst Estomihi

Gottesdienste zur Eröffnung der Bibelwoche – Thema: Unter einem guten Stern oder: Nichts passierte zufällig (Matthäus 2,1-12) @ Gemeindezentrum Gesau
Feb 26 um 10:30 – 11:30

Gottesdienst Estomihi

Feb
28
Di
Bibelwoche – Thema: Überraschend glücklich oder: Wie wir leben wollen (Matthäus 5,1-12) @ Gemeindezentrum Gesau
Feb 28 um 19:30 – 20:30

Gottesdienst Dientag

Mrz
2
Do
Bibelwoche – Thema: Das Ende des Wartens oder: Was bisher geschah (Mt 11,2-15.15-30) @ Pfarrhaus Jerisau
Mrz 2 um 19:00 – 20:00
Mrz
5
So
Besonderer Gottesdienst – Bibelwochen Thema: Im Zweifel gehalten oder: Jesus\n ist stärker als die Angst (Matthäus 14, 22-32) @ Kirche St. Andreas in Gesau
Mrz 5 um 14:00 – 15:00

Gottesdienst Invocavit

Mrz
6
Mo
Bibelwoche – Thema: Großzügig beschenkt oder: Wie wir in der Gemeinde miteinander umgehen sollten (Matthäus 18,21-35) @ Kirchschule Niederschindmaas
Mrz 6 um 19:30 – 20:30

Gottesdienst Montag

Mrz
9
Do
Bibelwoche – Thema: Großzügig beschenkt oder: Wie wir in der Gemeinde miteinander umgehen sollten (Matthäus 18,21-35) @ Jugendheim Dennheritz
Mrz 9 um 19:30 – 20:30

Gottesdienst Donnerstag

Mrz
12
So
Predigtgottesdienst @ Jugendheim Dennheritz
Mrz 12 um 9:00 – 10:00

Gottesdienst Reminiscere

Gottesdienste zum Abschluss der Bibelwoche – Thema: Hoffnung, die trägt oder: die Geschichte Jesu geht mit uns weiter (Matthäus 27,45-54 und 28,1-10) @ Gemeindezentrum Gesau
Mrz 12 um 10:30 – 11:30

Gottesdienst Reminiscere

Alles hat seine Zeit

Einer der bekanntesten Texte des Alten Testaments ist das Nachdenken des Predigers Salomo über die Zeit (Pred.3, 1-15). Nun kann man die Zeit unter sehr unterschiedlichen Aspekten betrachten. Zeit ist eines der kostbaren Geschenke, die der Mensch zur Verfügung hat und deshalb ist Zeit, die Menschen miteinander teilen, immer ein wichtiges Geschenk.

Zeit kann etwas sein, was uns davon läuft und irgendwann wird eines jeden Zeit abgelaufen sein. Zeit kann aber auch etwas sein, was wir teilen, was wir schenken, in der wir reifen und in der wir zu dem Menschen werden, den es noch nie gab und nie wieder geben wird. Zeit ist etwas, was zu unserer Einmaligkeit gehört. Nie wird es zwei Menschen geben, die ganz identisch sind, ja, nie wird es zwei Menschen geben, die auch nur einen Tag genau gleich erlebt haben.

Der Prediger Salomos schreibt: „Alles hat seine Zeit, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“

Zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten am richtigen Ort das Richtige in der richtigen Motivation tun – das ist Weisheit. Da wird die gefüllte zur erfüllten Zeit, von der wir sogar noch zehren können, wenn sie schon lange vorüber ist. In solchen Zeiten berühren sich Himmel und Erde, in solchen Zeiten kommen wir einander näher, entdecken einander und können füreinander dankbar werden. Die Geschichten aus den Gemeinden, die mich bewegen, waren solche Begegnungen, aber es waren oft Begegnungen, über die man nicht mit Dritten spricht. Meine Frau und ich sind seit ziemlich genau 100 Monaten in unserm Schwesternkirchverhältnis. Das sind ca. 2400 Stunden und die davon erfüllten Zeiten waren die, wo wir Zeit hatten, miteinander Gott zu suchen und zu entdecken, einander besser kennen und damit auch besser verstehen gelernt haben, wo wir nach einem Gespräch in kleiner oder großer Runde in den anderen Gottes Geschenke erkennen konnten. Alles hat seine Zeit, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.

Der Prediger sagt: „Abbrechen hat seine Zeit, Bauen hat seine Zeit.“

Und so hat Kommen und auch Gehen seine Zeit. Nun ist für uns die Zeit des Abbrechens, des Gehens gekommen. Wir gehen mit dankbaren Herzen nach den acht gemeinsamen Jahren. Wir sind dankbar für solche erfüllten Zeiten, die wir in allen Gemeinden erlebt haben. Wir sind dankbar für alle, die für uns gebetet haben, die uns ermutigt haben, die uns mit unseren Ecken und Kanten angenommen haben. Wir sind dankbar für die vielen Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit in den letzten Wochen, für die vielen originellen und persönlichen Karten, Briefe und Geschenke. Wir gehen weg und doch bleibt ein Teil von uns da, und Ihr bleibt da und doch nehmen wir viele von Euch mit in die nächste Etappe. Wir danken Euch für die gemeinsame Zeit und wir geben die Vergangenheit in die guten Hände Gottes. Über das, was ungenügend war, lege Gott den Mantel der Barmherzigkeit. Das, was gut war, mache Gott stark und lasse es lange nachwirken.

Wir sind gewiss: Wer immer es will, wird in Gottes Hand bleiben. Und dies wünschen wir allen aus den Gemeinen, in denen wir als Pfarrersehepaar gewesen sind. Wir verabschieden uns mit einem irischen Segen. Der hing viele Jahre als kleiner Wandteppich in der Wohnung meiner Eltern. Es gibt ihn inzwischen auch als Lied, und manchmal haben wir ihn miteinander gesungen.

Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen!
Mögest Du den Wind im Rücken haben!
Möge die Sonne sanft Dein Gesicht bescheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wieder sehen, möge Gott
seine schützende Hand über Dir halten!

Wollen wir uns einander unserm guten Gott anbefehlen, dann braucht uns nicht
bange um einander zu sein!

Eure dankbaren Johanna und Matthias Franke

Neue Ansprechpartner für die Gemeinde

Eine Vakanzzeit ist für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung. War bisher Pfarrer Franke für Sie verlässlicher Ansprechpartner, so haben Sie es nun immer wieder mit unterschiedlichen Pfarrerinnen und Pfarrern zu tun. In unserem Pfarrkonvent konnten wir die Aufgaben auf viele Schultern verteilen. So werden verschiedene Kreise übernommen, dazu gilt es, die Gottesdienste, Hochzeiten, Jubiläen und Beerdigungen zu gewährleisten.
Für Beerdigungen u.ä. wird immer einen Monat ein Pfarrer oder eine Pfarrerin aus der Region zuständig sein. Im Gemeindeboten wird darüber regelmäßig informiert. Zuständig für die Organisation ist Pfarrer Pohle aus Wernsdorf.

Für alle Fragen, die ansonsten die Gemeinde betreffen, bin ich als Hauptvertreter für Sie Ansprechpartner. Daneben liegt bei mir auch die Verantwortung für den Konfirmandenunterricht, der weiterhin mittwochs in Gesau stattfindet. Nur die Anfangszeit musste auf 15.45 Uhr vorgezogen werden.

Auch mich stellt der Vertretungsdienst vor neue Aufgaben. Ich hoffe, dass wir gemeinsam die Vakanzzeit gut gestalten werden. Wenn Sie Fragen oder ein Anliegen haben, dann wenden Sie sich bitte an mich (Kontaktdaten auf S. 16). Ich werde sicherlich nicht alle Wünsche erfüllen und Anliegen klären können, aber ich werde mich bemühen und mit Ihnen gemeinsam nach Lösungen suchen. Gleichzeitig bitte ich Sie um Verständnis, wenn manches nicht gleich klappt oder auch einmal etwas unbefriedigend verläuft. Dabei hoffen wir, dass die Vakanzzeit schnell beendet und die Pfarrstelle zügig besetzt werden kann.
Begleiten Sie Ihre Kirchenvorstände und alle, die Verantwortung übernehmen, mit Ihrem Gebet. Geben Sie Hinweise und fragen Sie, wenn es etwas zu klären gibt. Ich gespannt auf die Zeit mit Ihren Gemeinden!

Pfarrer Matthias Große

Kasualvertretung (Beerdigungen etc):
im Februar Pfr. Pohle (03763 400057)
im März Pfr. Freyer (03764 795345)

„Es war eine sehr schöne Zeit hier“

Interview zu Pfarrer Frankes Abschied

Mit einem Gottesdienst wurden Matthias Franke und seine Frau Johanna am 8. Januar in den Ruhestand verabschiedet. Im Interview blickt er auf acht Jahre in unseren Gemeinden zurück.

Gemeindebote: Du erzählst gern Geschichten von dem, was du erlebt hast. Welche Geschichten wirst du künftig aus deiner Zeit in unseren Gemeinden erzählen? Was nimmst du an besonderen Erinnerungen mit?

Matthias Franke: Mich haben stets die Besuche bei Gemeindegliedern, etwa an Geburtstagen, beeindruckt, wenn ich mit ihnen ein paar Tage später in kleiner Runde saß und sie ganz Persönliches aus ihrem Leben erzählt haben. Solche Situationen haben sich manchmal auch am Rande von Festen ergeben. Es geht einem sehr nahe, wenn sich jemand öffnet auf der Suche nach Gott. Beeindruckend war für mich auch das Hochwasser 2013 – damals habe ich bei unseren Feuerwehrleuten vorbeigeschaut, und ich glaube, das hat ihnen gut getan. Es gab auch witzige Erlebnisse. So habe ich in meiner Zeit als Pfarrer zwei Bootstouren mitgemacht: Einmal mit der Blütenkönigin in unserer Partnergemeinde Jork, einmal zusammen mit dem Weihnachtsmann auf dem neuen Boot der Feuerwehr in Niederschindmaas. Berührt haben mich auch die Taufen in der Osternacht und im Kirchenholz.

G: Gibt es Dinge, wo du dir gewünscht hättest, mehr zu bewegen?

MF: Natürlich. Ich wäre kein guter Pfarrer, wenn ich nicht noch mehr Menschen für das Evangelium hätte erreichen wollen. Ich hätte mir schon gewünscht, dass sich Menschen noch mehr mitnehmen lassen. Ich hätte mir auch gewünscht, dass unsere Schwestergemeinden noch mehr zueinander gefunden hätten. Dass, wenn im eigenen Ort kein Gottesdienst ist, man in den Nachbarort fährt. Ich hätte mir gewünscht, dass die Familie unserer Gemeinden stärker freiwillig Anteil aneinander nimmt. Aus meiner Sicht ist es immer eine Bereicherung, jemandem zu begegnen und ihn kennen zu lernen.

G: Es ist nicht nur der Abschied aus unseren Gemeinden, sondern das Ende deiner Zeit als angestellter Pfarrer. Wenn du noch einmal 18 wärst – würdest du wieder Pfarrer werden unter heutigen Bedingungen?

MF: Ich würde definitiv gern wieder im Verkündigungsdienst sein und am Reich Gottes mitarbeiten – ohne Einschränkung. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich der richtige Pfarrer bin, der viel Zeit mit Verwaltung, Bau und Strukturfragen verbringen muss. Das können andere besser als ich. Es zieht mich nach wie vor in das Reich Gottes, vor allem zu den Menschen. Neulich las ich von einer Autorin, dass sie bei den Protestanten vor allem Biss vermisst. Das stimmt. Ich beobachte eine große Gleichmacherei. Unsere Kirche traut sich immer seltener, Dinge anzusprechen, die nicht in den Mainstream passen. Dadurch geht viel verloren. Mit dem Evangelium eckt man aber nun mal an. Gegen den Strom zu schwimmen, ist nach wie vor ein geistlicher Rat.

G: Also Verkündiger ja, Pfarrer nicht unbedingt?

MF: Paulus unterscheidet fünf Ämter: Prophet, Apostel, Evangelist, Hirte und Lehrer. Diese Dinge sind im Pfarrberuf vereint, dazu kommen noch eine Menge anderer Aufgaben, aber niemand kann dies alles ausfüllen. Das ist aus meiner Sicht eine Überforderung des Pfarrers und eine Unterforderung der Gemeinde. Es gibt viele Dinge, die mancher in der Gemeinde besser kann als der Pfarrer – wir Pfarrer können nicht alles besser, zumindest ich nicht!

G: Du hast eben von zu viel Gleichmacherei in der Kirche gesprochen. Wir haben dieses Jahr 500 Jahre Reformation – wie siehst du unsere evangelische Kirche aufgestellt?

MF: Ich glaube, dass viele bedeutende Persönlichkeiten der Bibel und der Kirchengeschichte heute einen schweren Stand hätten in der Kirche, einfach weil sie kantig waren. Ein Martin Luther, wenn er heute so auftreten würde, würde er ganz bestimmt nicht zum Bischof gewählt. Wenn sich eine Kirche immer politisch korrekt gibt, dann verliert sie fast ihre eigene Berufung. Ich muss nicht bestätigen, was die anderen ohnehin machen. Das vermisse ich bei Kirche heute –  dass wir nicht mehr wagen, anstößige Sachen zu sagen. Denn dann wird man sofort in eine bestimmte Ecke gerückt, dann wird man gleich als rückständig oder fundamental hingestellt.

G: Hast du da ein Beispiel, wo du dir klarere Positionen wünschst?

MF: Das Menschenbild der Bibel ist ein anderes als das des heutigen Mainstreams. Ich denke, das Menschenbild der Bibel ist näher an der Wirklichkeit. Nämlich, dass der Mensch nicht gut ist von Natur aus, sondern dass er ein recht zielstrebiger Egoist ist. Sünde, die die Beziehungen zwischen uns und Gott sowie uns und anderen Menschen kaputt macht, zu benennen – da eckt man schon an. Heute wird jedes Fehlverhalten versucht zu erklären und damit fast gerechtfertigt. Ich habe im Gefängnis in Äthiopien erlebt, wie durch Gott jemand in wenigen Minuten ein völlig anderer Mensch geworden ist. Mit der oben beschriebenen Haltung bringen wir die Menschen hierzulande um solche befreienden Erfahrungen. Ich wünschte mir, dass Kirche den Menschen stärker das Angebot macht, dass Gott eine erfahrbare Wirklichkeit ist. Dazu müssen wir Sünde klar als Sünde benennen – aber nicht so wie früher nach dem Motto: Alles, was Spaß macht, ist verdächtig, ist Sünde. Sondern das, was Menschen kaputt macht und sie daran hindert, in ihrer Identität voranzukommen. Wir müssen ihnen klar machen, dass sie sich um etwas ganz Entscheidendes, Kostbares bringen, wenn sie sich von Gott entfernen oder ein Leben ohne Gott führen. Und hier müsste Kirche viel stärker auf die Tür verweisen, durch die Menschen gehen können, um aus ihren Blockaden, Festlegungen und negativen Erfahrungen herauszukommen. Ohne Gott bleiben wir unter unseren Möglichkeiten.

G: Du hast oft von Visionen gesprochen – welche Vision hast du für unsere Kirchengemeinden?

MF: Ich wünsche mir, dass wir, die wir oft so gesättigt sind von allem, merken, dass es noch wesentlich mehr gibt als das, was man mit den fünf Sinnen wahrnehmen kann. Es ist wichtig, dass wir bereit sind, Leuten zu begegnen und mit Menschen zusammenzukommen, denen man sonst nicht begegnen würde. Dazu gehört für unsere Schwestergemeinden, dass man die anderen nicht nur aus der Ferne beobachtet, sondern herausbekommen will, wer und warum sie so sind. Dann entdecken wir wahrscheinlich mehr Gemeinsamkeiten, als wir gedacht haben. Nur wer den Anderen kennt, kann ihn schätzen! Und dann sollten wir noch einen Schritt weiter gehen zu denen, die mit Gott noch nichts am Hut haben. Meine Vision: Unsere Gemeinden sind Orte, wo man hingehen kann, wo man sein kann, wie man ist, aber nicht so bleiben muss; wo man herausgefordert wird in etwas Größeres, zu etwas Größerem.

G: Mehr zu denen gehen, die Gott nicht kennen. Sind wir Christen in unseren Orten zu wenig sichtbar?

MF: Vor Jahren hatte ich eine Vakanz und habe die Konfirmanden dort gefragt: Was denkt ihr, wie viele Leute im Ort mitkriegen, dass es hier Kirche gibt. Die Antwort war: vielleicht 30 oder 40 – bei einem Ort mit 1700 Einwohnern. Ich glaube, die Antwort war gar nicht so weit weg von der Realität. Wir dürfen nicht unser Licht unter den Scheffel stellen. Wenn man Licht ist, ist man Licht und die Aufgabe des Lichts ist es nun einmal, zu leuchten – und zwar für die Anderen!

G: Für dich steht jetzt der Ruhestand an – so wie wir dich kennengelernt haben, wirst du keine Rosen züchten.

MF: Ich werde mich an Rosen erfreuen, daran riechen, sie fotografieren und einige meiner Frau schenken, aber keine züchten. Es gibt etliche Anfragen. Ich werde natürlich fast jeden Sonntag weiter predigen, ich werde wahrscheinlich mit Freunden nach Osteuropa fahren. Ich werde weiter nach Äthiopien fahren, Brunnen bauen und in die Gefängnisse gehen. Auch für Rüstzeitarbeit bin ich angefragt. Wer im Reich Gottes mitarbeiten will, findet in kurzer Zeit eine Möglichkeit.

G: Liegt dir noch etwas auf dem Herzen, was du für die Leser des Gemeindeboten loswerden möchtest?

MF: Es war eine sehr schöne Zeit hier und uns wurde sehr viel Freundlichkeit entgegengebracht. Mein größter Wunsch ist, dass von dem, was wir hier in den vergangenen acht Jahren gesät haben, sehr viel aufgeht und Frucht bringt.

Interview: Andreas Hummel

Gottes Geschenke an uns

Mit den Geschenken ist es immer wieder eine zweischneidige Sache. Man weiß nie ganz genau: Wird sie/er sich freuen oder hat er/sie das schon? Mit der Explosion der Geschenkmöglichkeiten ist die richtige Auswahl nicht leichter geworden. Der israelische Satiriker Ephraim Kishon hat in einer Kurzgeschichte den Weg eines zwar gut gemeinten, aber nicht zu Herzen gehenden Geschenks beschrieben. Dieses hatte die Runde im Bekanntenkreis gemacht und jeder hatte es weitergeschenkt. So war es nach einigen Jahren wieder beim Erstschenkenden angekommen, allerdings war das Verfallsdatum längst überschritten.

Wenn wir eine solche Erfahrung machen müssten, dann wäre dies der Beweis, dass wir nicht den Geschmack des Beschenkten getroffen hätten. Was schenken? Am schwersten fällt das angemessene Schenken, wenn es keine Auswahl gibt oder wenn diese zu groß ist. Der Gott der Bibel ist ein Gott, der gerne schenkt und der immer angemessen schenkt. Schenken gehört zum Wesen Gottes. Seine Art zu schenken ist immer eine besondere. Er macht große Geschenke, die angemessen sind, die aber erst durch den Gebrauch ihr ganzes Geschenkpotential entfalten.

Zu Weihnachten singen wir jedes Jahr von seinem größten Geschenk: „Lobt Gott ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron, der heut schließt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn!“ Viele Bibelstellen und Lieder beschreiben Gottes größtes Geschenk – seinen Sohn. Jesus ist wahrhaftig ein himmlisches Geschenk, das Gott uns macht. Aber erst durch die gepflegte Beziehung zu ihm entfaltet das göttliche Geschenk sein ganzes Potential. Jesus ist ja nicht nur das Weihnachtsgeschenk Gottes an uns, sondern er ist das Jahres- und Lebensgeschenk Gottes an uns!

Aber auch die neue Jahreslosung erzählt von zwei wichtigen, genialen Geschenken:

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Hesekiel 36, 26)

Zwei Geschenke Gottes an uns: das neue Herz und der neue Geist.

Kein Mensch und keine Macht der Welt kann einem Menschen ein neues Herz schenken. Hier geht es ja nicht um die Transplantation einer medizinischen Blutpumpe, sondern hier geht es um das, was unsere Person ausmacht. Das neue Herz meint, das Gott alles das, was in unserm Leben kaputt gegangen ist, neu machen kann und will. Damit sind die Verletzungen unserer Persönlichkeit gemeint, aber auch, wenn zerbrochene Beziehungen uns das Herz schwer gemacht haben. Einem gebrochenen Herzen hilft kein Gips und keine Medizin.

Ein hartherziger Mensch ist kein wirklich Starker und ein Herzensbrecher ist kein Liebender. Das kalte Herz wird nicht warm, wenn der Herzträger die Heizung etwas aufdreht. Sie alle brauchen das neue Herz und das ist nur als Gottes Geschenk möglich. Aber wie bei allen Geschenken ist es auch hier: Der Beschenkte muss das Geschenk wollen und annehmen. Dass diese Welt einen neuen Geist, zeigt jede Nachrichtensendung. Aber nicht nur die Kriegsgebiete dieser Welt und nicht nur die Herrschenden brauchen einen neuen Geist, jede Familie, jede Freundschaft, jede Partnerschaft tut gut daran, sich dem neuen Geist, dem Heiligen Geist, zu öffnen. Weihnachten-Karfreitag-Ostern-Pfingsten sind die Stationen des neuen Herzens und des neuen Geistes. Ihnen allen wünsche ich das neue Herz, das Gott gerne gegen das harte, zerbrochene, kalte, verletzte Herz austauscht. Und Ihnen allen wünsche ich, dass Gott seinen Geist in Sie, in Ihre Familie, in Ihre Freundschaften hineinlegt.
Das neue Herz und der neue Geist sind ein himmlisches Geschenk, damit unsere eigene, kleine und die große, oft so kranke Welt eine bessere wird.

Zu Weihnachten lassen wir diese Sehnsucht nach der heilen Welt zu, aber Gottes Geschenke sind Ganzjahresgeschenke. Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen zu Weihnachten und sie ist mein Wunsch für das Jahr 2017.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer Franke

Allianzgebetswoche 2017

Allianzgebetswoche 2017 - Titelmotiv

Vom 8. bis 15. Januar 2017 findet die internationale Gebetswoche der Evangelischen Allianz statt. Die Glauchauer Gemeinden der Evangelischen Allianz treffen sich zu folgenden Veranstaltungen:

Jan
8
So
Allianz Gebetsabend, Thema: Christus allein
Jan 8 um 19:30 – 21:00

Sprecher Ronald Seidel

Jan
9
Mo
Allianz Gebetsabend, Thema: Die Bibel allein – unsere Grundlage
Jan 9 um 19:30 – 21:00

Sprecher Thomas Fischer

Jan
10
Di
Allianz Gebetsabend, Thema: Die Gnade allein – unsere Chance
Jan 10 um 19:30 – 21:00

Sprecher Jahn Beyer

Jan
11
Mi
Allianz Gebetsabend, Thema: Der Glaube allein – unsere Antwort auf Gottes Angebot
Jan 11 um 19:30 – 21:00

Sprecher Matthias Große

Jan
12
Do
Allianz Gebetsabend, Thema: Der Glaube allein – Gottes Herz für die Welt
Jan 12 um 19:30 – 21:00

Sprecher Antonio Israel

Jan
13
Fr
Allianz Jugendabend, Thema: Die Gnade allein – Gottes Herz für die Welt
Jan 13 um 19:30 – 21:00

Sprecher Tom Ludwig

Jan
14
Sa
Allianz Gebetsabend, Thema: Die Bibel allein – Gottes Stimme in der Welt
Jan 14 um 19:30 – 21:00

Sprecher Johannes Traichelt

Jan
15
So
Abschlussgottesdienst der Allianzgebetswoche, Thema: Christus allein – die Hoffnung für die Welt
Jan 15 um 10:00 – 12:00

Sprecher Matthias Franke

 

Zumutung Weihnachten

Weihnachten ist doch eigentlich eine Zumutung. Es ist in den letzten Jahren immer schlimmer geworden:

10 Aufsichtsratssitzungen, 12 Adventsfeiern, ein irrsinniger Betrieb in allen Geschäften, Werbung seit Oktober, und was da alles mit Weihnachten in Verbindung gebracht wird…

Weihnachten ist eine Zumutung!

Aber – ist dieses Fest nicht schon immer eine Zumutung gewesen ?!

Da sagt der Engel zu einem alten Mann (Zacharias), dass seine auch nicht mehr junge Frau jetzt noch einen Sohn gebären wird und macht ihn auch noch bis dahin sprachlos. Und das als Priester!

Dann erscheint der Engel Gabriel einem jungen Mädchen und kündigt ihm eine Schwangerschaft an. Welche Schande! Was für ein Skandal! Noch unverheiratet, noch Jungfrau – und jetzt ein Kind!

Und dann diese Ankündigung auch noch mit für ein vielleicht 13-jähriges Mädchen reichlich unverdaulichen Worten wie

„Wird Sohn des Höchsten genannt werden“
„Seine Herrschaft wird nie zu Ende gehen“.

Als dann diese gesegnete werdende Mutter fast an die Entbindung heran ist, müssen Maria und Josef auch noch reisen. Wegen dieser komischen Zählung. Als ob Gott diesen Stichtag nicht hätte verschieben können!

Über die näheren Umstände der Geburt muss man da schon gar nicht mehr reden! Von wegen Stall, Ochs, Esel und so weiter…

Aber da war ja auch noch die Sache mit den Hirten. Friedliche, fleißige Arbeitnehmer, die dafür bezahlt werden, nachts die Herden zu bewachen. Täglich Nachtschicht für wenig Geld. Und doch die einzige Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Und was will der Engel von ihnen? Sie sollen einfach ihren Arbeitsplatz, ihre Herden verlassen, loslaufen und wohin auch noch? In einen Stall! Was für eine Zumutung!

Und die anderen Besucher? Die Weisen aus dem Osten? Sterngucker! Stubenhocker! Nachteulen! Und was machen sie – losziehen, mit ungewissem Ziel, auf die Gefahr hin, Wichtiges am Himmel zu versäumen oder bei fremden Königen (Herodes) mächtig ins Fettnäpfchen zu treten. Eigentlich völlig unzumutbar!

Weihnachten war schon immer eine Zumutung. Aber die, die von Gottes Geist gerufen wurden, haben sich viel zumuten lassen. Ihnen war ihr eigenes, „altes“ Leben erst mal egal. Jesus war wichtiger.

Lassen wir doch für uns Jesus auch wichtiger sein als unsere gute alte Gewohnheit. Lassen wir uns doch auch ernstlich auf diese Ungeheuerlichkeit eines Königs in der Krippe ein.

Gott will auch uns einiges Zu – Muten.

Er will uns Mut geben, zu ihm zu kommen. Denn – die größte Zumutung von Weihnachten war sicherlich die für Gott selbst, so und in diese Welt geboren zu werden, und auch noch für solche Typen wie uns!

Christoph Scheurer

Nacht über Bethlehem — Ein Weihnachtsspiel

Von wegen „Stille Nacht“!

Während an der Krippe noch gestaunt und geschwiegen wird, bricht, ungesehen von den Menschen, ein übernatürlicher Streit los.

Was braucht der Mensch zu Weihnachten?
Licht und Liebe?
Oder Ruhe und Schlaf?

Sie sind herzlich eingeladen, es herauszufinden – und für sich mitzuentscheiden.

Am 26.12.2016 um 19:30Uhr in der St. Andreas Kirche Glauchau Gesau. Der Eintritt ist frei.