Denk mal Danke

Wie schnell doch ein Kirchenjahr vergeht.
Wir feiern Erntedankgottesdienste in unseren Kirchen.
Wem verdanken wir unsere Ernte? Wofür können wir Danke sagen?
Sind es nur Kartoffeln, Körner, Äpfel oder auch gute Nachbarschaft, sauberes Wasser, Frieden, Schutz und Segen im Alltag?
Hinter Vielem stecken viele un-bekannte Hände, die uns dienten.
Und eine Hand über Allem, in der Alles ruht.

Für die vielen Stunden ehrenamtlicher Gemeindearbeit in den vergangenen Monaten sagen wir DANKE. Ohne Sie gäbe es die Gesauer St.Andreas-Gemeinde so nicht mehr. Gemeinsames verbindet.

Darum laden wir alle Gemeindeglieder zum Gottesdienst am Sonntag, 10.12.2017, dem 2. Advent, um 10:30 Uhr mit Pfarrerin Feige und anschließendem Mittagessen ein. Monika Jähne wird für uns kochen.

Für die Planung erbitten wir die Anmeldung bis zum 5.12.2017 unter der Rufnummer oder in den ausliegenden Listen.

Es grüßt Sie ganz herzlich

Ihr Kirchenvorstand und
Pfarrer Große (Vakanzvertreter)

Erster Bauabschnitt vor Vollendung

Mit dem Einhängen der Glocke am 23. Oktober und dem Anschluss dieser ist der erste Bauabschnitt zur Sanierung der Kirche Niederschindmaas beendet. Dann kann die Glocke wieder regelmäßig erschallen. Zudem wird die Gemeinde ab Anfang November wieder Gottesdienst in der Kirche feiern. Vorher ist allerdings noch ein Großreinemachen nötig. Dafür werden viele fleißige Hände gebraucht – der genaue Termin wird zeitnah bekannt gegeben.

Die weitere Planung sieht den nächsten Abschnitt mit Verschönerungsarbeiten im Innern der Kirche vor. Dies ist für das kommende Jahr angedacht. Es ist geplant, dem kompletten Kirchenschiff und dem Altarraum eine neue Farbe zu geben, die Fenster zu restaurieren und die restliche Kassettendecke zu reparieren. Nach Abschluss dieser umfangreichen Arbeiten kann sich die Gemeinde wieder über eine schmucke Kirche in Niederschindmaas freuen.

Um dieses Vorhaben umzusetzen, werden Fördermittel beantragt. Darüber hinaus ist die Kirchengemeinde erneut auf Spenden angewiesen. Zugleich möchten wir uns für alle bisher eingegangenen Spenden bedanken. Dies hat geholfen, das Großprojekt „Sanierung der Kirche Niederschindmaas“ zu stemmen. Über den weiteren Ablauf wird die Kirchengemeinde informieren.

500 Jahre Reformation

Hervorgehoben

Liebe Gemeindeglieder,

das große Fest der Evangelischen Kirche in Deutschland steht im Oktober bevor: 500 Jahre Reformation.

Kaum jemand kommt an dem Jubiläum vorbei: Luther-Socken, Luther-Brötchen, Luther-Bier, Luther-Tassen… – die Wirtschaft hat dieses Jubiläum entdeckt und genutzt. Und manch einer hat das Gefühl: Jetzt reicht es aber langsam wieder.

Was würde Martin Luther wohl selbst dazu sagen, wie er vermarktet wird – sogar als Spielfigur aus Plastik? Wir wissen es nicht.

Aber vielleicht würde er sich sogar freuen, zumindest darüber, dass seine Gesichtszüge nicht nur für Verkaufsstrategien missbraucht werden, sondern dass sein Gesicht dazu dient, an vielen Stellen auch über die Anliegen, die damals die Reformation auslösten, wieder neue nachzudenken. Was ist heute typisch evangelisch?

Sola scriptura! Sola fide! Sola gratia! Solus Christus! – Allein durch die Schrift! Allein durch Glaube! Allein durch Gnade! Allein durch Christus!

Diese Schlagworte fassen die Grundüberzeugungen der Reformatoren zusammen. Die Bibel (scriptura) ist als Gottes Wort Regel und Richtschnur, an der sich das Leben von allen Christen ausrichten muss. Alle Ordnungen und Traditionen müssen sich an der Schrift messen lassen.

Keiner kann oder muss sich die Gnade (gratia) Gottes verdienen, sondern durch Jesus Christus sind wir Gottes geliebte Kinder. Deshalb begegnet Gott jedem Menschen in der Schrift ohne die Vermittlung durch andere. Gott will direkt zu uns sprechen. Ihm geht es um eine persönliche Beziehung.

Kein Mensch kann sich die Anerkennung durch Gott verdienen. Vielmehr hat sich Gott durch den Tod und die Auferweckung Jesu Christi uns Menschen zugewandt und uns Zugang verschafft zu seinem Reich, das bereits in der Gegenwart immer wieder aufblitzt und zu leuchten beginnt.

Allein durch den Glauben (fide – Vertrauen) an Jesus Christus, der seinen Ursprung in der Zuwendung Gottes zu uns Menschen hat, kann ich der Anerkennung Gottes gewiss sein.

Die Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen waren sehr weitreichend. Die Bibel wurde in die Muttersprache der Menschen übersetzt und die Gottesdienste ebenfalls auf Deutsch gehalten. Gleichzeitig wurde ein umfangreiches Schulwesen aufgebaut, um Menschen Leben und Schreiben beizubringen, damit sie selbst Bibel lesen konnten.

Gute Werke, die mir einen besseren Stand vor Gott bringen sollten, wurden verworfen, und damit die Angst vor einem Gott, der wie ein strafender Richter nur darauf wartete, das böse Handeln der Menschen zu bestrafen. Vielmehr wurde ein Leben nach Gottes Gebot und Verheißung zur Antwort auf die Gnade Gottes und seine Liebe zu uns.

Typisch evangelisch heißt also: Gott begegnet allen Menschen ohne dass eine Vermittlung durch andere nötig ist. Als Christ darf ich der Gnade Gottes in meinem Leben gewiss sein. Ich bin wertvoll und von ihm geliebt. Meine Antwort darauf ist ein Leben im Vertrauen auf Gottes Zuwendung zu mir.

Das ist alles sehr viel? Deshalb lohnt es sich, in den kommenden Wochen die vielen Angebote zu nutzen, um selbst wieder darüber nachzudenken, was evangelisch heißt – übrigens auch in Glauchau, wenn dort mit einem umfangriechen Programm vom 13. – 22. Oktober 475 Reformation gefeiert wird.

Ihnen allen, auch im Namen des Kirchenvorstandes und aller Mitarbeitenden, wünsche ich eine gesegnete Zeit.

Ihr Pfarrer
Matthias Große

Kasualvertretungen

Ansprechpartner bei Hochzeiten, Taufen, Todesfällen, …:

  • 1. bis 23. Juni: Pfarrer Pohle, Wernsdorf, 03763/400057
  • 26. Juni bis 2. Juli: Pfarrer Schubert, Langenchursdorf, 0173- 5723287
  • 3. bis 23. Juli: Pfarrer Freyer, Meerane, 03764 / 795345
  • 24. bis 31. Juli: Pfarrer Pohle, Wernsdorf, 03763/400057

Abstand vom Alltag

„Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben!“

Dieser Aufforderung folgen sicher viele von uns in den vor uns liegenden Tagen und Wochen. Der Sommer ist gekommen, wir wollen hinaus in die schöne weite Welt, wir wollen die Kraft der leuchtenden Sonne tief in uns aufsaugen und Freude und Erholung in der Ferne finden. Ferien, Urlaub – endlich.

Jeder von uns verbindet mit diesem Wort etwas anderes. Der eine denkt an ferne Reisen, der andere an Bildungsurlaub, wieder andere wüschen sich nichts mehr als Ruhe, vielleicht am Meeresstrand oder in den Bergen beim Wandern oder einfach nur Zeit zu Hause auf Balkonien oder im Garten.

So vielfältig die Urlaubsträume sind, so verbindet sie doch eines: Wir möchten Abstand gewinnen von unserem Alltag, von dem, was unser tägliches Brot ist. Wenn wir diesen Abstand gefunden haben, dann können wir neue Energie tanken und von dort mit neuen Kräften wieder zurückkehren.

Auch Paul Gerhardt muss das immer wieder erlebt haben, denn sonst hätte er kaum ein solches Sommerlied dichten können, wie wir es in unserem Gesangbuch unter der Nr. 503 finden und in dieser Jahreszeit so oft singen. Wenn ich dieses Lied singe, dann fühle ich dabei jedes Mal, wie mein Herz geradezu mit jeder Strophe weiter hinausgeht in Gottes wunderbare Welt. Wenn die Bäume voller Laub stehen, wenn sich die Lerchen in die Lüfte schwingen, der Weizen immer weiter wächst, dann finde ich mich wieder inmitten der wunderbaren Schöpfung Gottes. Dann kann ich häufig nicht anders als mit einstimmen in den Jubel, vom dem auch Paul Gerhardt schreibt:

„Ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen.“

Für kurze Zeit habe ich dann Abstand gewonnen von dem, was mich jeden Tag umgibt und was mir die Augen und Ohren für unsere schöne Welt verschließt. Für ein paar Momente habe ich dann Urlaub gemacht. Dabei brauche ich nicht viele Kilometer zurückzulegen, sondern wichtig ist der zurückgelegte Abstand vom Alltäglichen.

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben!“ Machen Sie sich in diesen Sommertagen auf die Suche nach dieser Freude, legen sie einen Abstand zwischen dem, was sie täglich umgibt und kehren sie von dort behütet und erfüllt wieder in ihr zu Hause zurück!

Ihr Pfarrer
Matthias Große

Triumph! Das ist Ostern

Liebe Gemeindeglieder,

von einem Dorfpfarrer wird folgendes erzählt: „Wirtshausfreuden, vor allem das Kartenspielen, das waren seine großen Leidenschaften. Und so kam es wieder einmal: der Pfarrer hatte beim abendlichen Kartenspiel verloren. Doch er weigerte sich, wie sonst immer üblich, die Getränkekosten seiner Mitspieler zu übernehmen. Da war guter Rat teuer. Die Mitspieler schlugen dem Pfarrer einen Handel vor: Wenn Du bei der Osterpredigt in der nächsten Woche dreimal das Wort „Trumpf“ aussprichst, dann musst Du nicht bezahlen! Der Pfarrer überlegte. Und nach einer kurzen Pause sagte er: Okay, aber unter einer Bedingung: Niemand soll etwas von der Abmachung erfahren. Dem stimmten alle zu.

Die Woche verstrich, die im Geheimen abgesprochene Wette sprach sich natürlich herum. Die Kirche am Ostersonntag war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das ganze Dorf war gekommen, nur um zu sehen und zu hören, wie der Pfarrer die Abmachung gewinnen könnte. Als der Pfarrer auf die Kanzel steigt, kehrt gespannte Ruhe ein. Siegesgewiss lächelt der Pfarrer in die Gesichter seiner Gemeinde. Er liest den Predigttext. Und dann beginnt er die Predigt mit donnernder Stimme: ‚Trumpf – Trumpf – Trumpf! So schallt es nachts dumpf aus finsteren Wirtshaushöhlen. Doch an Ostern heißt es nicht Trumpf. Denn die Stimme des Auferstandenen übertönt das dumpfe Grölen. Laut ruft der Auferstandene in die Finsternis der Nacht hinein: Triumph!‘

Die Minen der Gemeindeglieder erstarren. Damit hatte niemand gerechnet. Der Pfarrer hatte es tatsächlich geschafft. Er hatte die Zeche bereits mit den ersten Sätzen der Predigt vom Halse. Freudig setzte er seine Predigt fort.“ Soweit diese Geschichte.

Ostern steht vor der Tür – das wichtigste Fest der Christenheit, das Grunddatum unseres Glaubens: Triumph! Der Tod hat ein Ende. Das Leben hat gesiegt.

Nicht umsonst haben unsere Väter und Mütter im Glauben den Ostertermin in das zeitige Frühjahr gelegt. So wie die Natur aus dem Winterschlaf erwacht und sich das Leben in den Pflanzen und Tieren wieder Bahn bricht, so hat sich mit der Auferstehung Jesu Christi das Leben in der Finsternis des Todes Bahn gebrochen. Und wir dürfen daran Anteil haben.

Das gibt uns schon heute und hier Kraft und Zuversicht, um unseren Lebensweg getröstet und mit Freude zu gehen. Am Schluss steht nicht das Ende, sondern der Beginn des Lebens bei Gott. Triumph! Triumph! Triumph! Das ist Ostern. Die Zeche ist bezahlt. Wir dürfen und können befreit leben, weil wir eine Zukunft haben, die über unsere Welt hinausreicht. Gott sei Dank!
Ich wünsche Ihnen, auch im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Kirchenvorstände, ein gesegnetes Osterfest,

Ihr Pfarrer
Matthias Große