Fortsetzung Geschichte in Geschichten

Vierter Teil der Predigt von Oberkonsistorialrat Sup. Dr. Dr. Franz Költzsch (1861-1927) bei der Ordination seines Sohnes Gustav Friedrich Költzsch (1890-1957) am 2.3.1919 in der Gesauer St. Andreas Kirche.

… Und ein drittes Wort schon? Das errätst Du nicht. Aber es erzwingt sich den Eintritt in diese Stunde. Mein Wort dürfte ich es wohl im besonderem Sinne nennen.

Mein heiligstes Wort. Das Wort meiner eigenen Ordination. Wie ich Dich hier in Deinem ersten Ornat jetzt vor mir sehe, muss ich zurück denken an den Märztag vor 32 Jahren, an dem ich im Dom zu Freiberg, meiner Ordination harrend, stand. Ich zitterte vor Erregung und Bangigkeit.

Da brachte mir die Ruhe und den Frieden und den getrosten Mut das Wort, mit dem mich mein damaliger Superintendent ordinierte, das Epistelwort damals von Sonntag Judica:

„Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein.“, Römer 8,31

Kirche St. Andreas in Gesau um 1920

Kirche St. Andreas in Gesau um 1920

Zur Großmacht in meinem Leben ward dies Wort. Zum Gottesengel, der mit mir ging und schirmend und segnend seine Hand über mir aufhob. In allen großen Stunden begegnete es mir. Ich hatte entdeckt, dass es der Wahlspruch meines Philipp Melanchthon, des Reformators, gewesen.

Zu seinem 400. Geburtstage (16.0 2.1897, Anmerkung C.S.) predigte ich es den Tausenden in der Kreuzkirche. Und am Sonntag darauf, als eben am Geburtstag Melanchthons die Kreuzkirche (der Dresdner Kirchbau wurde in seiner Geschichte fünfmal zerstört, zuletzt im Zweiten Weltkrieg, Anmerkung C.S.) in Flammen aufgegangen war, der heimatlos gewordenen, verstörten, weinenden Gemeinde dasselbe Wort wieder, aber nun wie ein ganz neues.

Der Weltkrieg brach aus. Der große Buß- und Bettag war da. Und siehe, als Losungswort war gegeben Römer 8,31. Wie hat das die zweimal Sechstausend, die sich an jenem Tag in der Kreuzkirche versammelten, erschüttert, gebeugt, erquickt, gehoben, getröstet. Manchem Brautpaare schrieb ich´s in die Bibel, manchem Konfirmanden auf seinen Schein, manchem Gemeindeglied auf mein Bild. Mir selber immer wieder tief hinein ins eigne Herz. Und aus diesem inneren Heiligtum ziehe ich es jetzt empor. Du weißt, für Dich und deinen Bruder bin ich alles hinzugeben gern bereit.

Fortsetzung folgt …

(aus der Ordinationspredigt für seinen Sohn von Oberkonsistorialrat Sup. Dr. Költzsch)

Christiane Scheurer

1. Teil von „Geschichte in Geschichten“
2. Teil von „Geschichte in Geschichten“
3. Teil von „Geschichte in Geschichten“
4. Teil von „Geschichte in Geschichten“

Absage aller Veranstaltungen und Gottesdienste bis zum 19.April 2020

Regelungen bezüglich der Corona-Epedimie vom 16.03. und 18.03.2020

Ev.-Luth. Kirchgemeinden St.-Andreas Gesau, Dennheritz, Remse-Jerisau, Glauchau, Lobsdorf-Niederlungwitz-Reinholdshain

Auf Grund der aktuellen Entwicklungen der Corona-Epidemie und den Empfehlungen des Landeskirchenamtes folgend, fanden am 15. März 2020 auch in unserem Schwesternkirchverband keine Gottesdienste statt. Wir bitten um Verständnis, dass wir voraussichtlich bis einschließlich 20.April 2020 keine Gottesdienste, Konzerte und Veranstaltungen durchführen können. Diese Regelungen betreffen auch unsere Schwesterkirchgemeinde. Bitte achten Sie auf weitere Mitteilungen! Bitte nutzen Sie die zahlreichen online-Angebote, z.B. unter:

Es wird in den nächsten Wochen, erst einmal bis 20.April, offene Kirchen geben als Möglichkeit für Gebet, Fürbitte, Gespräch, Seelsorge und das Entzünden einer Kerze. In diesen Zeiten ist auch immer eine Person anwesend, die Sie ansprechen können.

  • St.-Andreas Kirche Gesau: Mittwoch 17:00-18:00 Uhr
  • Dennheritz: Freitag 17:00-18:00 Uhr.
  • Niederlungwitz: täglich 18:00-19:00 Uhr
  • St. Annakirche Wernsdorf: Mittwoch und Freitag 17:00 bis 18:00 Uhr

Darüber hinaus wird ab Montag, den 16. März 2020, jeweils zwischen 18:00 und 19:00 Uhr die St. Georgenkirche in Glauchau täglich für Gebet, Entzünden einer Kerze und Gespräch geöffnet sein.

Sonntag sollen alle Kirchen in unserem Schwesterkirchverhältnis Glauchau nach Möglichkeit (außer Remse und Niederschindmaas, in denen gebaut wird) geöffnet sein von 10:00 Uhr bis 11:00 Uhr. Es wird Ansprechpartner für Fürbitte und Segen geben vor Ort.

Drüber hinaus werden folgende geplante Veranstaltungen verschoben:

  • Konfirmationen werden auf den Herbst verschoben
  • Jubelkonfirmationen werden verschoben
  • Rüstzeit für Konfis und Jugendliche in Dranske
  • Kinderrüstzeit im Röhrsdorfer Park

Die Bibelwochenabende in dieser Woche im Bereich der Kirchgemeinden Dennheritz, Gesau, Remse-Jerisau und Lobsdorf-Niederlungwitz-Reinholdshain haben wir ausgesetzt. Wir hoffen, die Abende zu einem späteren Zeitpunkt nachholen zu können.

Der Konfirmandenunterricht und auch die einzelnen Kreise (Frauenkreise, Bibelgesprächskreis, Gemeindetreff Perle) finden vorerst bis zum 20.04.2020 nicht statt.

Beerdigungen: Bestattungen auf unseren Friedhöfen sind nur noch im engsten Familienkreis und unter freiem Himmel möglich. Wenn es die äußeren Bedingungen wieder zulassen, können Trauerfeiern gern nachgeholt werden. Urnenbeisetzungen sollten nach Möglichkeit verschoben und zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Sollten Sie ganz praktische Hilfe oder Unterstützung benötigen, können Sie sich gern an uns wenden. Wir versuchen zu helfen, wo wir können. Auch wenn Sie jemanden zum Gespräch wünschen, sind wir für Sie unter den bekannten Nummer erreichbar und versuchen, Sie so gut wir können zu unterstützen. Niemand wird allein gelassen! Wir sind genauso verunsichert und haben Fragen. Dennoch wissen wir uns gehalten und geführt und wollen so auch füreinander da sein.

Daneben ist zunächst bis zum kommenden Sonntag, den 22.03.2020, 23:59 Uhr eine Gebetskette organisiert. Nahezu 24h täglich gibt es mindestens jeweils eine Person, die für eine Stunde für die Menschen in unserer Stadt und in unserer Welt betet. Wer sich daran beteiligen will, wendet sich bitte an Pfarrer M. Große ().

Wir hoffen, dass wir als ev.-luth. Gemeinden einen Beitrag leisten, besonnen und mit Zuversicht zu handeln. Verbunden bleiben wir auch durch unser Gebet und unsere Fürbitte.

Unser HERR segne Sie und bleiben Sie behütet!

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Übt Gastfreundschaft. Freut euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden.
(Römer 12, 12-13 & 15)

Ich bin bei euch alle Tage

Liebe Gemeindeglieder, liebe Schwestern und Brüder!

Die Corona-Epedemie bewegt uns alle und die letzte Woche hat wohl jeden überrollt. Die Ereignisse haben sich förmlich überschlagen. Wohl jeder von uns wird Befürchtungen und bange Gefühle haben, weil keiner absehen kann, wie sich die Lage entwickelt und was sie für Folgen für unser Land, unsere Wirtschaft, unsere Kirchen, unseren Glauben und auch für jeden persönlich haben wird. Und ich denke, es ist normal, dass wir Angst haben oder besorgt sind, und wir dürfen uns das auch als Christen eingestehen. Allerdings können wir uns in solchen Zeiten, die wohl die wenigsten so erlebt haben, auf die Worte der Bibel stützen. Unser Herr Jesus Christus hat uns zugesagt:

„Denn siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende“. (Matthäus 28,20)

An diese Zusage wollen wir uns halten und darauf stützen. Jesus wird bei uns sein und uns begleiten, wenn wir ihn im Gebet darum bitten.

Darum werden wir als Haupt- und Ehrenamtliche in unserem Schwesterkirchverhältnis Glauchau, soweit uns das möglich sein wird, Ansprechpartner bleiben und die Kirchen offen halten für Gebet, Andacht und Fürbitte.

Nun sind aber die aktuellen Beschlüsse unseres Landeskirchenamtes gefasst, in Übereinstimmung mit der Allgemeinverfügung des Sächsischen Staatsministeriums vom 18.03.2020. Darin heißt es: „Für den Publikumsverkehr geschlossen sind u.a. Zusammenkünfte in Kirchen…“. Wir werden bis zum 20.04.2020 auf Gottesdienste verzichten.

Wir haben eine Gebetskette gebildet und es beten zurzeit viele Menschen aus unserer Region zu verschiedenen Zeiten. Hier nun meine Bitte: nutzen wir die Zeit, die wir nun verstärkt zu Hause verbringen und wo viele Freizeitaktivitäten und Reisen nicht mehr stattfinden für Gebet, Bibellesen und die Hinwendung zu unserem christlichen Glauben.

Bitte suchen Sie das Gespräch mit mir oder einem ehrenamtlichen Mitarbeiter unserer Kirchgemeinde, wenn Sie die derzeitige Situation zu sehr bedrängt oder beschäftigt. Bitte wenden Sie sich auch an mich oder die Pfarrämter, wenn Sie Hilfe beim Einkauf oder zur Unterstützung bei einer Quarantäne brauchen. Wir als Kirchgemeinde werden uns um Hilfe (sofern es uns möglich ist) bemühen und wollen Sie nicht alleine lassen!

Ich wünsche uns Gottes Segen, Schutz und Begleitung! Pfarrerin Ulrike Lange

Verein der Kirchgemeinde St. Andreas gegründet

Liebe Freunde der St. Andreas-Gemeinde Gesau!

St. Andreas Kirche

St. Andreas Kirche

Wir sind mit unserer Kirchgemeinde Teil der Evangelischen Landeskirche Sachsens. Und wie es bei großen Institutionen so ist dauern viele Entscheidungen lange – gerade wenn die Zentrale ein gutes Stück entfernt steht – und nicht jeder Wunsch wird verstanden oder gar erfüllt. Das Engagement vor Ort wünscht sich jedoch schnelle Entscheidungen ohne Bürokratie und schnelle Abhilfe bei Problemen. So haben wir uns entschlossen, einen Verein zur Unterstützung unserer Gemeinde zu gründen, der im Rahmen seiner Möglichkeiten handeln und helfen kann.

Altar St. Andreas Kirche Gesau

Altar in der St. Andreas Kirche Gesau

Unser Ziel ist es, bei der Erhaltung und der Gestaltung der Kirche, der Gemeinde-Gebäude und beim Umfeld der Gebäude Unterstützung zu geben und für die eine oder andere Baumaßnahme bei den Eigenanteilen zu helfen. Aber auch für die Durchführung von Veranstaltungen oder Bereitstellung von Personal und Lohnkosten wollen wir Hilfe leisten.

Als erste Projekte stellen wir uns die Mitwirkung bei der Wiederherstellung unserer Auffahrt zur Kirche oder die Überholung der Leuchter in unserer Kirche vor. Diese Leuchter sind sämtlich von Familien aus Gesau und Umgebung gestiftet worden und bedürfen eines „Aufpolierens“. Wir sind uns aber auch sicher, dass sich schnell weitere Ideen und Vorhaben ergeben werden.

Wir sind zur Gründung des Vereins erst einmal eine kleine Gruppe von Begeisterten, freuen uns aber über weitere engagierte Mitstreiter, die unserem Verein beitreten möchten oder ihn finanziell bei seinen Aufgaben und Projekten unterstützen wollen – vielleicht um erst einmal unverbindlich ohne Bindung unsere Arbeit zu begleiten. Auch diesen Unterstützern werden wir – wenn gewünscht – regelmäßig über unsere Arbeit berichten.

Mehr über unseren Verein können sie hier nachlesen. Dort ist auch unsere Satzung und ein Antrag auf Mitgliedschaft abrufbar.

Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt und kann selbstverständlich Spendenbescheinigungen ausstellen. Unsere Bankverbindung , die Sie gern für Ihre Spenden nutzen können:

Wenn Sie Fragen haben, nutzen Sie bitte unsere Mail-Adresse:

Der Vorstand unseres Vereines wird sich um eine schnelle Antwort bemühen.

Vorsitzender : Dr. Christoph Scheurer
Stellvertretender Vorsitzender: Timo Rödenbeck

Mitglieder:
Angela König
René Ratschinski
Katrin Rödenbeck
Dieter Schill
Sebastian Severin

Familienfreizeit vom 13. bis 15. Dezember 2019 in Reudnitz

Die Familienfreizeit am 3. Adventswochenende verbrachten wir in der christlichen Freizeitstätte in Reudnitz am Werdauer Wald. Das ist eine behindertengerechte Einrichtung mit Sporthalle und einem tollen Schwimmbad der Superlative.

Wer will kann schon früh ab 7:00 Uhr im Bad schwimmen und seine Wassergymnastik betreiben. Ab 7:45 Uhr wurde die Andacht für den Tag über die Zimmerlautsprecher verkündet und ab 8:30Uhr stand das reichhaltige Frühstücksbuffet bereit. Wer wollte, konnte vorher noch, zur stillen Zeit mit Gebetsrunde, geistliche Nahrung zu sich nehmen.

Nach dem Frühstück waren wir im Gemeinschaftsraum zum Singen und Beten. Die kleinen Kinder verbrachten in der Kinderstunde die Zeit mit basteln, malen und hörten Geschichten aus der Bibel. Die Erwachsenen und Jugendlichen trafen sich mit unserer Pfarrerin Ulrike Lange zur Bibelarbeit zum Thema „Das Reden Gottes in der Weihnachtsgeschichte“. Erfreulich war, dass auch viele Jugendliche der Jungen Gemeinde mit dabei waren.

Der Nachmittag war zu freien Verfügung. Es standen einige Angebote zum Zeitvertreib zur Auswahl, aber die Meisten von uns zog es auf den Weihnachtsmarkt.

Am Abend traf man sich zu einer geselligen Runde mit Vorträgen, Gedichten, Musikstücken, Spielen und Beten. Im Anschluss daran gab es leckere Knabberreien, Süßes, Salziges, Obst und Glühwein und gute Gespräche in weihnachtlich geschmückten Räumen. Natürlich durften die Kinder an diesem Abend etwas länger aufbleiben.

Am Sonntagmorgen fand ein Familiengottesdienst zusammen mit der Gemeinde Reudnitz statt, den wir gestalteten und Pfarrerin Lange die Predigt hielt. Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde die Heimreise angetreten.

Wir freuen uns schon auf die nächste Freizeit 2020 in Burkhardtsgrün in der Familienfreizeitstätte HERR – BERGE.

Gabriele Schill

Gemeinsames Mittagessen am 2. Advent in Gesau

Eine schöne Tradition ist am 2. Advent ein gemeinsames Mittagessen im Gemeindezentrum nach dem Gottesdienst. Es kommt Alt und Jung zusammen und genießt die Gemeinschaft.

Schon der Gottesdienst war ein solches Gemisch, mit Musik von der Jugend und Musik mit der Orgel. Im Gemeindezentrum dann der filmische Jahresrückblick, leckeres Essen und kleine Präsente als Dankeschön an alle Ehrenamtlichen.

Auch 2019 war wieder ein Jahr mit vielen Ereignissen, die uns immer wieder lehren: Alles hat seine Zeit.

Wir freuen uns, dass unsere Gemeinde lebt. Das so viele hier unterwegs sind und sich einbringen. Ja, es gibt immer viel zu tun, doch Leben hat seine Zeit, Arbeiten hat seine Zeit und Feiern hat auch seine Zeit. Und wir haben die Adventszeit gefeiert und uns miteinander und aneinander gefreut und uns gemeinsam auf das kommende Weihnachtsfest vorbereitet.

Herzlichen Dank an alle Mitorganisatoren.
Katrin Rödenbeck

Fortsetzung Geschichte in Geschichten

Am 2.3.1919 hielt Oberkonsistorialrat Sup. Dr. Dr. Franz Költzsch (1861-1927) bei der Ordination seines Sohnes Gustav Friedrich Költzsch(1890-1957) in der St.Andreas Kirche Gesau diese Predigt. Im Mai 2019 meldete sich die Tochter des langjährigen Zwickauer Superintendenten und Ehrenbürgers der Stadt Zwickau Günther Mieth bei mir. Sie hatte im Nachlass ihres Vaters die erwähnte Predigt gefunden. So gelangte der 100 Jahre alte Schreibmaschinendurchschlag dieser Rede wieder nach Gesau. Heute folgt Teil 3 der Ordinationspredigt.

Kirche St. Andreas in Gesau um 1920

Kirche St. Andreas in Gesau um 1920

… Ein zweites Wort? Das ist die Epistel des heutigen Sonntags Estomihi, 1. Korinther 13: Diese Königin unter den Episteln, das hohe Lied der Liebe. Wie es anhebt: Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete, so wäre ich ein tönend Erz und eine klingende Schelle. Wie es als seine Mitte hat: Die Liebe höret nimmer auf. Wie es schließt: Glaube, Hoffnung, Liebe, aber die Liebe unter ihnen die Größte.

Es ist Dein großes Schriftkapitel schon immer gewesen, mein lieber Fritz. Von zarter Kindheit an war es Deine Überzeugung, die Menschen müssten sich lieben und in Liebe vertragen und verstehen, und in solcher gegenseitiger Liebe würden sie glücklich sein. Dafür hast Du Dich eingesetzt mit Deiner Person, Deinem Leben und Wesen, Deiner ganzen inneren und äußeren Kraft. In Deinem Elternhause – ich darf es einmal aussprechen in diesem feierlichen Augenblick – warst Du der unwandelbar Freundliche, Herzensgute, Hilfsbereite und wir, die Eltern und Dein Bruder, haben uns daran gefreut, wie man sich freut an Sonne und Frühling. Und in der Schule warst Du der Gleiche. Auf der Universität. Draußen im Feld- mit den Freunden und Kameraden jeden Bissen und jede Not teilend. Und wir haben uns gefreut, dass Dir auch durch Spott und Verkennung hindurch immer nur die Herzen zuflogen. Ich weiß es, mit Deinem Wesen wird Dirs auch in aller Zukunft gelingen. Viele haben die Liebe verlernt. Sie sind verbittert. Du lässt dich nicht irre machen. Gerade ein verirrtes Volk braucht doppelte Liebe. Und manche Menschen, die in ihrem Wesen und Treiben uns so unverständlich erscheinen, werden uns dann erst verständlich, wenn wir erfahren, dass sie niemals in ihrem Leben vielleicht wirkliche Liebe erfahren haben. Das Feld war Dir gezeigt, auf dem Du stehen, bauen, arbeiten und kämpfen sollst. Die Estomihi -Epistel reicht Dir das Werkzeug zum Bau, und die Waffe zum Kampf, die Liebe. Lass es Dein Wort heute von neuem wieder werden, das Sieghafte, Große; Glaube, Hoffnung, Liebe, aber die Liebe die Größte.

Fortsetzung folgt …

(aus der Ordinationspredigt für seinen Sohn von Oberkonsistorialrat Sup. Dr. Költzsch)

Christiane Scheurer

1. Teil von „Geschichte in Geschichten“
2. Teil von „Geschichte in Geschichten“
3. Teil von „Geschichte in Geschichten“
4. Teil von „Geschichte in Geschichten“

Wahlen 2020

Dieses Jahr ist, zumindest für die Sächsische Landeskirche, ein Jahr der Wahlen. Am 13.09. (und in unserem Schwesterkirchverhältnis auch voraussichtlich am 20.09.) werden in ganz Sachsen neue Kirchvorsteher gewählt, so auch in unseren Gemeinden. Wer noch Vorschläge hat oder sich gern auf diese Weise in die Gemeinde einbringen möchte, kann sich gern bei mir oder einem Mitglied des aktuellen KV´s melden, auch Fragen beantworten wir gern. Wir freuen uns über fachkundige Unterstützung für die vielen Aufgaben, auch die Gestaltung des geistlichen Lebens hier an unseren Orten. Fragen Sie Gott im Gebet, ob das nicht eine Aufgabe für Sie sein könnte!

Des Weiteren findet auch am 08.03. die Wahl für die Landessynode in Dresden statt. Die Synode ist ein wichtiges, beschlussfassendes Gremium unserer Landeskirche, sie tagt zwei Mal im Jahr in Dresden und es werden hier durchaus auch für unsere Ortsgemeinde wegweisende Gesetze und Beschlüsse gefasst.

Die Kandidaten dafür werden sich am 26.02.2020 18.00 Uhr im Kirchgemeindehaus Meerane, Kantstr. 1A vorstellen. Auch hier sind noch Vorschläge und zahlreiche Teilnahme willkommen.

Ulrike Lange

Ich glaube, hilf meinem Unglauben

Liebe Gemeinde,

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben“, Jahreslosung 2020 aus Markus 9,24

In der Jahreslosung geht es um Glauben und Unglauben. Mancher wird sich im Schrei des verzweifelten Vaters wiederfinden, von dem im Markusevangelium berichtet wird: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Sein Sohn ist mit einem dämonischen Geist belastet und wird immer wieder in lebensbedrohliche Situationen gebracht. Der Vater kommt mit dem Sohn zu den Schülern von Jesus und bittet um Hilfe, denn er hat schon viel von Jesus und seinen Wundern gehört. Doch Jesus ist nicht da, die Jünger können mit ihrem Gebet nichts ausrichten. Jesus ist mit drei seiner Schüler auf einem Berg und stößt erst zur Gruppe um Vater und Sohn hinzu, als dieser schon seine Hoffnung auf Hilfe verloren hat. Dennoch nimmt er all seinen Mut zusammen und bittet Jesus, dass er ihm hilft. Und genau das tut Jesus. Er heilt den Jungen und Vater und Sohn können am Ende frei von dieser Last und Belastung nach Hause gehen.

Der Begriff „Glaube“ oder „glauben“ wird unterschiedlich gefüllt. Man kann sagen: „Ich glaube, die nächsten Tage wird besseres Wetter“ oder: „Ich glaube, jetzt erinnere ich mich…“

Wenn wir vom Glauben an Gott sprechen, geht es um mehr als um ein „Vermuten“ oder ein „Für wahrscheinlich Halten“. Glauben an Gott heißt, sich Gott anvertrauen, heißt sein eigenes Leben auf dieses Fundament zu bauen.

Ist das zu viel verlangt? Ja, es ist schon viel verlangt, denn es hat mit meinem ganzen Leben zu tun. Der Glaube an Gott hat mit meinem Alltag, meinen Werten und Zielen zu tun. Mein Leben gestalte ich nach den Geboten und Verheißungen Gottes. Und nein, es ist nicht zu viel verlangt, denn mehr als mein Vertrauen in Gott zu setzen und all das im Glauben anzunehmen, was er schon für mich getan hat, muss ich nicht tun. Gott hat schon alles getan. Der Schöpfer dieser Welt hat einen Weg gebahnt, auf dem Menschen wie du und ich, die mit Schuld und Egoismus geplagt sind, wieder zurück zu Ihm finden können. Jesus sagt von sich:

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen.“ , Johannes 14, 6-7 / Luther 2017

In diesem Sinn, dass dieses Jahr 2020 ein Jahr des Glaubens und Vertrauens wird, in dem wir fest auf Jesus schauen und alles von ihm erwarten, egal, wie die Umstände aussehen mögen,

Es grüßt herzlich
Pfarrerin Ulrike Lange