Rückblick – ein Grund zur Dankbarkeit

Wenn wir auf die Zeit von Dezember bis jetzt zurückblicken, so sehen wir, wie das Gemeindeleben durch die hohen Inzidenzwerte in unserem Landkreis weiter eingeschränkt werden musste. Mittlerweile möchte ich behaupten, hat inzwischen ausnahmslos jeder von uns direkt oder indirekt mit dem Virus Kontakt gehabt und das Thema beschäftigt uns, persönlich, aber auch für die Arbeit in den Gemeinden.

Daher ist es sehr erfreulich, was dennoch alles stattfinden konnte. Da war im Dezember die Einführung der neuen und die Verabschiedung der „alten“ Kirchvorsteher. Die regulären Termine mussten aufgrund meiner eigenen Coronaerkrankung verschoben werden, konnten aber nach einem negativen Testergebnis nachgeholt werden.
So wurden am 3. Advent die Jerisauer/Remser und Dennheritzer / Niederschindmaaser / Schlunziger Kirchvorsteher eingeführt. Die Gesauer folgten dann am 4. Advent. Alle Kirchen waren adventlich geschmückt, in allen Gemeinden sind arbeitsfähige Kirchenvorstände eingesetzt worden, hier ein Grund zur Dankbarkeit in diesen Zeiten.
Ein weiterer Grund zur Dankbarkeit war auch, dass in keiner Gemeinde der Heilig Abend ausfallen musste.

Da 2020 die Gottesdienste in der Adventszeit situationsbedingt nicht wie üblich stattfinden konnten, hat man sich in Gesau etwas Besonderes einfallen lassen – einen lebendigen Adventskalender. In der Adventszeit wurde jeden Freitag vor den Adventssonntagen 17:00 Uhr ein Stück aus dem Krippenspiel im Außenbereich der Kirche aufgeführt, das jedes Mal liebevoll und mit viel Aufwand vorbereitet und gestaltet wurde.

In Gesau fand der Heilig Abend Gottesdienst in ganz neuer Form als Wandelgottesdienst auf dem Friedhof und in der Kirche mit 6 Stationen statt. Auch hier zeigte es sich, dass die Menschen bereit waren, sich auf Neues und bisher Ungewohntes einzulassen und das Angebot gern wahrnahmen.

In Remse und Jerisau ging es besinnlich zu, wegen der begrenzten Besucherzahl wurde der Gottesdienst eben noch einmal wiederholt.
Auch in der gemütlichen kleinen Weidensdorfer Kirche mussten die Menschen nicht auf den Gottesdienst verzichten.

In Dennheritz gab es sogar über die Weihnachtstage hinaus noch die Möglichkeit, auf einem Spaziergang durch den Ort die Weihnachtsgeschichte mit Darstellungen und kreativen Angeboten, die zum Mitsingen und zur aktiven Beteiligung einluden, mitzuerleben. Auch hier zeigte es sich, dass die Einwohner und Besucher das Angebot gern annahmen.

In Schlunzig wurde die Offene Kirche angeboten, die erfreulich gut genutzt wurde. Die Dennheritzer und Niederschindmaaser versammelten sich nach vorheriger Anmeldung zu verschiedenen Andachten und zur musikalischen Christvesper am Abend.

Es waren Gottesdienste anders als gewohnt, aber dennoch in der Ruhe, Ernsthaftigkeit und Besinnlichkeit irgendwie besonders. Sicher werden uns diese Gottesdienste des Coronajahres 2020 bleibend im Gedächtnis sein.

Wir durften die Erfahrung machen, dass zwar vieles, was wir gewohnt waren, nicht machbar war, aber sich überall neue Wege und Mittel fanden, die Botschaft der Menschwerdung von Jesus in dieser Welt zu verkünden.

Hier an dieser Stelle sei allen Ehrenamtlichen, allen Menschen, die bereit zur Verkündigung waren, allen Kirchvorstehern, die die Anmeldungen entgegennahmen und die Listen führten, allen, die unsere Kirchen so liebevoll schmückten, allen Kirchenmusikern, allen Technikern und allen, die sich auf so vielfältige Weise in diesem Jahr in Geduld und Ausdauer einbrachten, ausdrücklich gedankt. Herzlich gedankt sei allen, die mit Kreativität und Einfallsreichtum neue Wege für unsere Kirchen fanden. Ohne all dieses Engagement wären alle diese vielfältigen Veranstaltungen nicht möglich gewesen.

Gerade, als ich diese Zeilen schreibe, läuft die Allianzgebetswoche. Nicht live vor Ort, aber per Zoom sind wir untereinander verbunden. Wir beten gemeinsam, wenn auch jeder vom eigenen Sofa oder Arbeitsstuhl aus. Aber auch hier wird deutlich, das sich andere Wege finden für uns, wenn sich so manche Türen schließen.

Dennoch hoffe ich auf die Zeit, in der wir uns wieder normal begegnen können, ohne Abstand und Maske beim Gespräch und beim Kaffeetrinken oder zum gemütlichen Beisammensein.

Wann das möglich sein wird, können wir derzeit kaum abschätzen. Wir werden die Meldungen in den täglichen Nachrichten verfolgen und dann Mittel und Wege finden.

Derzeit bleibt uns, dass wir miteinander in Kontakt bleiben, per Telefon, per Zoom oder anderen Möglichkeiten, die sich uns bieten. Und wir können in dieser Zeit die Hände falten und in der Fürbitte für unsere Nachbarn und Freunde und mit Lob und Dank vor Gott kommen.

Bei Gott gelten keine Kontaktbeschränkungen und kein Abstandsgebot!

Ulrike Lange

Andachten zur Adventszeit in Gesau

In diesem Jahr können am Heiligen Abend nicht, wie wir es gewohnt sind, Krippenspiele in der Kirche stattfinden. Deshalb wollen wir Euch schon in der Adventszeit, mit kleinen Spielepisoden erfreuen und auf Weihnachten einstimmen. Hier die Liste mit den Terminen

An der Gestaltung des Heiligabends an unserer Kirche arbeiten wir noch. Der Ablauf wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Lasst Euch überraschen!

Buß- und Bettagswanderung

Am 18. November feiern wir Buß- und Bettag 14.00 Uhr mit einer Andacht in der frisch renovierten Kirche Niederschindmaas.

Danach brechen wir auf zu einer gemeinsamen Wanderung ins Gemeindezentrum Gesau, so wie wir das letztes Jahr, jedoch von Gesau nach Jerisau, gemacht haben. Wer möchte kann Gebäck zum Kaffeetrinken mitbringen. Kaffee wird zu Verfügung gestellt. Die Erfahrung zeigt, dass für alle genug da sein wird.

Jeder, der Lust hat mit dabei zu sein, jung und alt, Kinder, Jugendliche, Konfirmanden, Großeltern, Familien, alle sind herzlich willkommen und wir hoffen auf eine rege Beteiligung zur Stärkung der Gemeinschaft in unseren Gemeinden untereinander.

Ulrike Lange

Befreiungseiche bringt Indian Summer auf den Friedhof

Mit einer Friedensandacht am Abend des 8. Mai hat die Kirchgemeinde Dennheritz den Tag der Befreiung begangen und an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren erinnert. Es war zugleich der erste reguläre Gottesdienst nach der coronabedingten Zwangspause im Ort, wenn auch unter verschärften Hygienevorkehrungen wie Mundschutz und Abstandsregeln.

Dabei wurde an einen örtlichen Brauch angeknüpft und ein Baum als Zeichen der Hoffnung und des Friedens auf dem Friedhof gepflanzt. Da Dennheritz Mitte April 1945 von den Amerikanern befreit wurde, fiel die Wahl auf ein nordamerikanisches Gehölz: eine Sumpf-Eiche (Quercus palustris), inzwischen auch als Spree-Eiche bezeichnet. Diese Bäume sind für ihre beeindruckende, scharlachrote Herbstfärbung bekannt, so dass das Dennheritzer Exemplar hoffentlich auch in unserem Ort künftig etwas Indian Summer verbreiten wird.

Anders als der Name vermuten lässt, verträgt der Baum Fachleuten zufolge auch mäßig trockene Erde, ist frosthart und wird als Klimawandelgehölz geführt. Nichtsdestotrotz kann es nicht schaden, wenn der ein oder andere Friedhofsbesucher vor allem im Sommer bei dem jungen Baum einen Stopp einlegt und ihn mit einer Kanne Wasser bedenkt, damit er hier tiefe Wurzeln schlägt und üppig wächst.

Ein Dank gilt allen Beteiligten, die zum Gelingen des Open-Air-Gottesdienstes und der Baumpflanzung beigetragen haben. So hat etwa Joachim Schnabel Interessantes über die Ereignisse der letzten Kriegstage in Dennheritz geschildert und an die vielen Kriegsopfer erinnert. Pfarrerin Ulrike Lange verwies in ihrer Andacht auf die Schuld, die das deutsche Volk unter der NS-Terrorherrschaft auf sich geladen hat und wies Wege der Vergebung.

Andreas Hummel

Dennheritz erinnert an das Kriegsende vor 75 Jahren

Am 8. Mai jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 75. Mal. Der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat dieses Datum in einer vielbeachteten Rede 1985 einen „Tag der Befreiung“ genannt:

„Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“

Die Kirchengemeinde Dennheritz will daran mit einer Friedensandacht erinnern, zu der alle Einwohner des Dorfes und alle Interessierte aus den Schwestergemeinden eingeladen sind. Die Andacht wird am Abend des 8. Mai um 19.00 Uhr auf dem Friedhof in Dennheritz gehalten.

Zugleich will die Kirchengemeinde damit an eine Dorftradition anknüpfen. Wer mit offenen Augen im Ort unterwegs ist, kann entdecken, dass unsere Vorfahren mehrfach Bäume gepflanzt haben, um an das Ende von Kriegen zu erinnern – und damit ein Zeichen gesetzt haben, dass der Frieden im Land tiefe Wurzeln schlagen und immer wieder neu austreiben möge. So findet sich eine Friedenslinde in Gedenken an den Deutsch-Französischen Krieg, ebenso wie eine Befreiungseiche, gepflanzt 100 Jahre nach dem Ende der Napoleonischen Kriege.

Zur Andacht am 8. Mai soll daher an diesen Brauch anknüpfend ein Baum auf dem Friedhof gepflanzt werden, der an das Ende des Zweiten Weltkrieges und der NS-Herrschaft erinnern soll, die so viel Leid, Tod und Zerstörung über Europa und die Welt gebracht hatte.

Andreas Hummel