„Es war eine sehr schöne Zeit hier“

Interview zu Pfarrer Frankes Abschied

Mit einem Gottesdienst wurden Matthias Franke und seine Frau Johanna am 8. Januar in den Ruhestand verabschiedet. Im Interview blickt er auf acht Jahre in unseren Gemeinden zurück.

Gemeindebote: Du erzählst gern Geschichten von dem, was du erlebt hast. Welche Geschichten wirst du künftig aus deiner Zeit in unseren Gemeinden erzählen? Was nimmst du an besonderen Erinnerungen mit?

Matthias Franke: Mich haben stets die Besuche bei Gemeindegliedern, etwa an Geburtstagen, beeindruckt, wenn ich mit ihnen ein paar Tage später in kleiner Runde saß und sie ganz Persönliches aus ihrem Leben erzählt haben. Solche Situationen haben sich manchmal auch am Rande von Festen ergeben. Es geht einem sehr nahe, wenn sich jemand öffnet auf der Suche nach Gott. Beeindruckend war für mich auch das Hochwasser 2013 – damals habe ich bei unseren Feuerwehrleuten vorbeigeschaut, und ich glaube, das hat ihnen gut getan. Es gab auch witzige Erlebnisse. So habe ich in meiner Zeit als Pfarrer zwei Bootstouren mitgemacht: Einmal mit der Blütenkönigin in unserer Partnergemeinde Jork, einmal zusammen mit dem Weihnachtsmann auf dem neuen Boot der Feuerwehr in Niederschindmaas. Berührt haben mich auch die Taufen in der Osternacht und im Kirchenholz.

G: Gibt es Dinge, wo du dir gewünscht hättest, mehr zu bewegen?

MF: Natürlich. Ich wäre kein guter Pfarrer, wenn ich nicht noch mehr Menschen für das Evangelium hätte erreichen wollen. Ich hätte mir schon gewünscht, dass sich Menschen noch mehr mitnehmen lassen. Ich hätte mir auch gewünscht, dass unsere Schwestergemeinden noch mehr zueinander gefunden hätten. Dass, wenn im eigenen Ort kein Gottesdienst ist, man in den Nachbarort fährt. Ich hätte mir gewünscht, dass die Familie unserer Gemeinden stärker freiwillig Anteil aneinander nimmt. Aus meiner Sicht ist es immer eine Bereicherung, jemandem zu begegnen und ihn kennen zu lernen.

G: Es ist nicht nur der Abschied aus unseren Gemeinden, sondern das Ende deiner Zeit als angestellter Pfarrer. Wenn du noch einmal 18 wärst – würdest du wieder Pfarrer werden unter heutigen Bedingungen?

MF: Ich würde definitiv gern wieder im Verkündigungsdienst sein und am Reich Gottes mitarbeiten – ohne Einschränkung. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich der richtige Pfarrer bin, der viel Zeit mit Verwaltung, Bau und Strukturfragen verbringen muss. Das können andere besser als ich. Es zieht mich nach wie vor in das Reich Gottes, vor allem zu den Menschen. Neulich las ich von einer Autorin, dass sie bei den Protestanten vor allem Biss vermisst. Das stimmt. Ich beobachte eine große Gleichmacherei. Unsere Kirche traut sich immer seltener, Dinge anzusprechen, die nicht in den Mainstream passen. Dadurch geht viel verloren. Mit dem Evangelium eckt man aber nun mal an. Gegen den Strom zu schwimmen, ist nach wie vor ein geistlicher Rat.

G: Also Verkündiger ja, Pfarrer nicht unbedingt?

MF: Paulus unterscheidet fünf Ämter: Prophet, Apostel, Evangelist, Hirte und Lehrer. Diese Dinge sind im Pfarrberuf vereint, dazu kommen noch eine Menge anderer Aufgaben, aber niemand kann dies alles ausfüllen. Das ist aus meiner Sicht eine Überforderung des Pfarrers und eine Unterforderung der Gemeinde. Es gibt viele Dinge, die mancher in der Gemeinde besser kann als der Pfarrer – wir Pfarrer können nicht alles besser, zumindest ich nicht!

G: Du hast eben von zu viel Gleichmacherei in der Kirche gesprochen. Wir haben dieses Jahr 500 Jahre Reformation – wie siehst du unsere evangelische Kirche aufgestellt?

MF: Ich glaube, dass viele bedeutende Persönlichkeiten der Bibel und der Kirchengeschichte heute einen schweren Stand hätten in der Kirche, einfach weil sie kantig waren. Ein Martin Luther, wenn er heute so auftreten würde, würde er ganz bestimmt nicht zum Bischof gewählt. Wenn sich eine Kirche immer politisch korrekt gibt, dann verliert sie fast ihre eigene Berufung. Ich muss nicht bestätigen, was die anderen ohnehin machen. Das vermisse ich bei Kirche heute –  dass wir nicht mehr wagen, anstößige Sachen zu sagen. Denn dann wird man sofort in eine bestimmte Ecke gerückt, dann wird man gleich als rückständig oder fundamental hingestellt.

G: Hast du da ein Beispiel, wo du dir klarere Positionen wünschst?

MF: Das Menschenbild der Bibel ist ein anderes als das des heutigen Mainstreams. Ich denke, das Menschenbild der Bibel ist näher an der Wirklichkeit. Nämlich, dass der Mensch nicht gut ist von Natur aus, sondern dass er ein recht zielstrebiger Egoist ist. Sünde, die die Beziehungen zwischen uns und Gott sowie uns und anderen Menschen kaputt macht, zu benennen – da eckt man schon an. Heute wird jedes Fehlverhalten versucht zu erklären und damit fast gerechtfertigt. Ich habe im Gefängnis in Äthiopien erlebt, wie durch Gott jemand in wenigen Minuten ein völlig anderer Mensch geworden ist. Mit der oben beschriebenen Haltung bringen wir die Menschen hierzulande um solche befreienden Erfahrungen. Ich wünschte mir, dass Kirche den Menschen stärker das Angebot macht, dass Gott eine erfahrbare Wirklichkeit ist. Dazu müssen wir Sünde klar als Sünde benennen – aber nicht so wie früher nach dem Motto: Alles, was Spaß macht, ist verdächtig, ist Sünde. Sondern das, was Menschen kaputt macht und sie daran hindert, in ihrer Identität voranzukommen. Wir müssen ihnen klar machen, dass sie sich um etwas ganz Entscheidendes, Kostbares bringen, wenn sie sich von Gott entfernen oder ein Leben ohne Gott führen. Und hier müsste Kirche viel stärker auf die Tür verweisen, durch die Menschen gehen können, um aus ihren Blockaden, Festlegungen und negativen Erfahrungen herauszukommen. Ohne Gott bleiben wir unter unseren Möglichkeiten.

G: Du hast oft von Visionen gesprochen – welche Vision hast du für unsere Kirchengemeinden?

MF: Ich wünsche mir, dass wir, die wir oft so gesättigt sind von allem, merken, dass es noch wesentlich mehr gibt als das, was man mit den fünf Sinnen wahrnehmen kann. Es ist wichtig, dass wir bereit sind, Leuten zu begegnen und mit Menschen zusammenzukommen, denen man sonst nicht begegnen würde. Dazu gehört für unsere Schwestergemeinden, dass man die anderen nicht nur aus der Ferne beobachtet, sondern herausbekommen will, wer und warum sie so sind. Dann entdecken wir wahrscheinlich mehr Gemeinsamkeiten, als wir gedacht haben. Nur wer den Anderen kennt, kann ihn schätzen! Und dann sollten wir noch einen Schritt weiter gehen zu denen, die mit Gott noch nichts am Hut haben. Meine Vision: Unsere Gemeinden sind Orte, wo man hingehen kann, wo man sein kann, wie man ist, aber nicht so bleiben muss; wo man herausgefordert wird in etwas Größeres, zu etwas Größerem.

G: Mehr zu denen gehen, die Gott nicht kennen. Sind wir Christen in unseren Orten zu wenig sichtbar?

MF: Vor Jahren hatte ich eine Vakanz und habe die Konfirmanden dort gefragt: Was denkt ihr, wie viele Leute im Ort mitkriegen, dass es hier Kirche gibt. Die Antwort war: vielleicht 30 oder 40 – bei einem Ort mit 1700 Einwohnern. Ich glaube, die Antwort war gar nicht so weit weg von der Realität. Wir dürfen nicht unser Licht unter den Scheffel stellen. Wenn man Licht ist, ist man Licht und die Aufgabe des Lichts ist es nun einmal, zu leuchten – und zwar für die Anderen!

G: Für dich steht jetzt der Ruhestand an – so wie wir dich kennengelernt haben, wirst du keine Rosen züchten.

MF: Ich werde mich an Rosen erfreuen, daran riechen, sie fotografieren und einige meiner Frau schenken, aber keine züchten. Es gibt etliche Anfragen. Ich werde natürlich fast jeden Sonntag weiter predigen, ich werde wahrscheinlich mit Freunden nach Osteuropa fahren. Ich werde weiter nach Äthiopien fahren, Brunnen bauen und in die Gefängnisse gehen. Auch für Rüstzeitarbeit bin ich angefragt. Wer im Reich Gottes mitarbeiten will, findet in kurzer Zeit eine Möglichkeit.

G: Liegt dir noch etwas auf dem Herzen, was du für die Leser des Gemeindeboten loswerden möchtest?

MF: Es war eine sehr schöne Zeit hier und uns wurde sehr viel Freundlichkeit entgegengebracht. Mein größter Wunsch ist, dass von dem, was wir hier in den vergangenen acht Jahren gesät haben, sehr viel aufgeht und Frucht bringt.

Interview: Andreas Hummel

Gottes Geschenke an uns

Mit den Geschenken ist es immer wieder eine zweischneidige Sache. Man weiß nie ganz genau: Wird sie/er sich freuen oder hat er/sie das schon? Mit der Explosion der Geschenkmöglichkeiten ist die richtige Auswahl nicht leichter geworden. Der israelische Satiriker Ephraim Kishon hat in einer Kurzgeschichte den Weg eines zwar gut gemeinten, aber nicht zu Herzen gehenden Geschenks beschrieben. Dieses hatte die Runde im Bekanntenkreis gemacht und jeder hatte es weitergeschenkt. So war es nach einigen Jahren wieder beim Erstschenkenden angekommen, allerdings war das Verfallsdatum längst überschritten.

Wenn wir eine solche Erfahrung machen müssten, dann wäre dies der Beweis, dass wir nicht den Geschmack des Beschenkten getroffen hätten. Was schenken? Am schwersten fällt das angemessene Schenken, wenn es keine Auswahl gibt oder wenn diese zu groß ist. Der Gott der Bibel ist ein Gott, der gerne schenkt und der immer angemessen schenkt. Schenken gehört zum Wesen Gottes. Seine Art zu schenken ist immer eine besondere. Er macht große Geschenke, die angemessen sind, die aber erst durch den Gebrauch ihr ganzes Geschenkpotential entfalten.

Zu Weihnachten singen wir jedes Jahr von seinem größten Geschenk: „Lobt Gott ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron, der heut schließt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn!“ Viele Bibelstellen und Lieder beschreiben Gottes größtes Geschenk – seinen Sohn. Jesus ist wahrhaftig ein himmlisches Geschenk, das Gott uns macht. Aber erst durch die gepflegte Beziehung zu ihm entfaltet das göttliche Geschenk sein ganzes Potential. Jesus ist ja nicht nur das Weihnachtsgeschenk Gottes an uns, sondern er ist das Jahres- und Lebensgeschenk Gottes an uns!

Aber auch die neue Jahreslosung erzählt von zwei wichtigen, genialen Geschenken:

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Hesekiel 36, 26)

Zwei Geschenke Gottes an uns: das neue Herz und der neue Geist.

Kein Mensch und keine Macht der Welt kann einem Menschen ein neues Herz schenken. Hier geht es ja nicht um die Transplantation einer medizinischen Blutpumpe, sondern hier geht es um das, was unsere Person ausmacht. Das neue Herz meint, das Gott alles das, was in unserm Leben kaputt gegangen ist, neu machen kann und will. Damit sind die Verletzungen unserer Persönlichkeit gemeint, aber auch, wenn zerbrochene Beziehungen uns das Herz schwer gemacht haben. Einem gebrochenen Herzen hilft kein Gips und keine Medizin.

Ein hartherziger Mensch ist kein wirklich Starker und ein Herzensbrecher ist kein Liebender. Das kalte Herz wird nicht warm, wenn der Herzträger die Heizung etwas aufdreht. Sie alle brauchen das neue Herz und das ist nur als Gottes Geschenk möglich. Aber wie bei allen Geschenken ist es auch hier: Der Beschenkte muss das Geschenk wollen und annehmen. Dass diese Welt einen neuen Geist, zeigt jede Nachrichtensendung. Aber nicht nur die Kriegsgebiete dieser Welt und nicht nur die Herrschenden brauchen einen neuen Geist, jede Familie, jede Freundschaft, jede Partnerschaft tut gut daran, sich dem neuen Geist, dem Heiligen Geist, zu öffnen. Weihnachten-Karfreitag-Ostern-Pfingsten sind die Stationen des neuen Herzens und des neuen Geistes. Ihnen allen wünsche ich das neue Herz, das Gott gerne gegen das harte, zerbrochene, kalte, verletzte Herz austauscht. Und Ihnen allen wünsche ich, dass Gott seinen Geist in Sie, in Ihre Familie, in Ihre Freundschaften hineinlegt.
Das neue Herz und der neue Geist sind ein himmlisches Geschenk, damit unsere eigene, kleine und die große, oft so kranke Welt eine bessere wird.

Zu Weihnachten lassen wir diese Sehnsucht nach der heilen Welt zu, aber Gottes Geschenke sind Ganzjahresgeschenke. Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen zu Weihnachten und sie ist mein Wunsch für das Jahr 2017.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer Franke

Nacht über Bethlehem — Ein Weihnachtsspiel

Von wegen „Stille Nacht“!

Während an der Krippe noch gestaunt und geschwiegen wird, bricht, ungesehen von den Menschen, ein übernatürlicher Streit los.

Was braucht der Mensch zu Weihnachten?
Licht und Liebe?
Oder Ruhe und Schlaf?

Sie sind herzlich eingeladen, es herauszufinden – und für sich mitzuentscheiden.

Am 26.12.2016 um 19:30Uhr in der St. Andreas Kirche Glauchau Gesau. Der Eintritt ist frei.

Eindrucksvolle Orgelweihe

Rund zehn Monate blieb die Dennheritzer Orgel stumm, um sie einer umfangreichen Restaurierung zu unterziehen. Vom Erfolg dieser Arbeiten überzeugten sich rund 150 Besucher bei der festlichen Wiedereinweihung am 14. Oktober. Als Gast musizierte Prof. Matthias Eisenberg und zeigte eindrucksvoll, welche Klangvielfalt das klingende Denkmal zu bieten hat. Dafür gab es am Ende Standing Ovations.

Prof. Matthias Eisenberg an der Dennheritzer Orgel

Zu Gehör brachte Eisenberg neben Stücken wie Bachs Toccata und Fuge in d-Moll, den Choral „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ und Schumanns „Träumerei“ auch sein großes improvisatorisches Können. Dabei konnten ihm Zuschauer Titel zurufen, über die er dann spontan auf der Orgel improvisierte. So kam das Publikum in den Genuss des „Steigerliedes“ ebenso wie einer Improvisation über die Nationalhymne.

Im Namen von Kirchenvorstand und Orgelausschuss dankte Andreas Hummel allen beteiligten Handwerkern sowie Gemeindegliedern, die mit ihren Spenden das Orgelprojekt erst ermöglicht haben. Für die Zukunft sei dies Verpflichtung, mit der historischen Orgel das musikalische Leben im Ort zu bereichern. In besonderer Weise wird sich dafür spätestens 2018 Gelegenheit bieten – dann steht der 150. Geburtstag der Orgel an.

Dennheritzer Orgel

Verabschiedung Pfarrer Franke

Wie bereits angekündigt wird Pfarrer Franke seinen Dienst in den Schwesternkirchen Anfang des Jahres beenden.

Der Verabschiedungsgottesdienst wird am 8.Januar 2017 um 14:00 Uhr in der Gesauer Kirche sein. Im Anschluss sind Sie noch ins Gemeindezentrum in Gesau eingeladen.

Das letzte mal wird Pfarrer Franke im Allianzabschlussgottesdienst am 15.Januar um 10:00 Uhr in der St.Georgenkirche predigen.

Pfarrer Große von der Georgengemeinde wird die Hauptvertretung übernehmen und von Pf.Pohle und anderen Kollegen aus dem Konventsbereich unterstützt werden.

Kugel und Wetterfahne wieder auf dem Kirchturm

Weithin sieht man sie wieder in der Sonne glänzen. Die restaurierte Kugel und die Wetterfahne wurden auf der Kirchturmspitze der Niederschindmaaser Kirche befestigt. Zuvor wurden im Gemeinderaum, im Beisein von Pfarrer Franke, Bürgermeister Taubert, Architektin Frau Scholz, Kirchenvorstand Weise und beteiligten Handwerkern, zwei Bronzekapseln mit Dokumenten befüllt, verschlossen und in der Kugel verstaut.

Die erste Kapsel wurde mit Ablichtungen der geöffneten alten Kapsel (Urkunde 1872, Schreiben von 1872, 1958 und 1988) und einer Bauernzeitung aus dem Jahr 1988 gefüllt.

Die zweite wurde mit aktuellen Dokumenten (Freie Presse, Gemeindebote, Dennheritzer Anzeiger, Broschüren 775-Jahrfeier Niederschindmaas, Schreiben von Pfarrer und Bürgermeister sowie Euromünzen) befüllt.

Zurzeit ist der Turm zur Hälfte abgerüstet, der Rest des Turmes wird fertig eingedeckt. Anschließend folgt die Eindeckung des Daches. Im Innern des Turmes wird der Glockenstuhl montiert. Die Zimmerarbeiten am Turm werden durch zusätzlich aufgetretene Schäden teuer als geplant.

Um die Zusatzkosten aufzubringen sind wir auch weiterhin auf Ihre Spenden angewiesen. Möglich ist dies direkt bei Frau Müller im Kirchenbüro oder per Überweisung.

Mit dem Baufortschritt können wir zufrieden sein und bei entsprechender Wetterlage könnten die Außenarbeiten bis Jahresende abgeschlossen werden.

Friedbert Weise

Von der Freiheit, die Gott meint

Wann ist ein Mensch frei? Diese Frage hat Menschen schon immer beschäftigt?
Freiheit entscheidet sich bekanntlich nicht an Gittern oder Mauern. Zum Thema `Freiheit´ haben sich alle großen Denker geäußert und sie sind zu bedenkenswerten Erkenntnissen gekommen.

Einige Beispiele: Matthias Claudius: „Niemand ist frei, der nicht über sich selbst Herr ist.“

Heinrich Heine: „Der Knecht singt gern ein Freiheitslied des Abends in der Schenke.“

Marie von Ebner-Eschenbach: „Die glücklichsten Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.“

Stanislaw Jerzy Lec: „Man kann das `Lied der Freiheit ´ nicht auf dem Instrument der Gewalt spielen.“

Karl Heinrich Waggerl: „Den Wert eines Menschen erkennt man zuverlässig daran, was er mit seiner Freizeit anzufangen weiß.“

Benjamin Franklin:“Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“

Alles nachdenkenswert! Aber vor allem nachdenkenswert ist, ob wir selbst frei sind oder wer oder was unsere Freiheit einschränkt oder nimmt.

In der Bibel spielt das Thema „Freiheit“ von Anfang bis Ende eine Rolle. Gott hat den Menschen mit einem freien Willen geschaffen, weil echte Freiheit ein wichtiger Teil der Gottesebenbildlichkeit ist. Die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei ist eines der großen Themen des Alten Testament und die Befreiung des Menschen aus seiner Sünde ist das zentrale Thema des Neuen Testaments. Um dem Menschen seine Freiheit zurückzugeben, deshalb ist Jesus am Kreuz gestorben. Gott liebt die Freiheit und will, dass seine Kinder in Freiheit leben. Der Monatsspruch für Oktober greift das Thema „Freiheit“ auf. Paulus schreibt:

„Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2. Kor.3, 17)

Die Freiheit, die Gott meint und die ER gibt,zeigt sich nicht darin, dass der Mensch tun und lassen kann, wonach ihm gerade ist, sondern dass er das jeweils Richtige zu tun in der Lage ist. Bei diesem Verständnis von Freiheit sind einige Fragen wichtig: 1. Freiheit wovon? 2. Freiheit durch wen? 3. Freiheit wozu?

Zur ersten Frage: Freiheit wovon? Die moderne Technik gibt dem Menschen ungeahnte Möglichkeiten. Viele Maschinen nehmen ihm die Arbeit ab. Durch moderne Medien ist er rund um die Uhr rund um die Welt in Kontakt mit wem er sein möchte. Aber ist er dadurch freier geworden? Ist jemand frei, der unruhig wird, wenn er sein Smartphone länger als eine Stunde nicht nutzen kann? Ist ein Mensch frei, der bei jeder Entscheidung fragt, was denn wohl nun andere über ihn denken werden?

Frage 2: Freiheit durch wen? In vielen Belangen braucht ein Unfreier jemanden, der ihm zu seiner Freiheit verhilft. Jesus kam auf diese Welt, um der Befreier eines jeden Menschen zu werden, der sich nach tiefgreifender Freiheit sehnt.

3.Frage: Freiheit wozu? Richtig verstandene Freiheit wird nie nur zum eigenen Vorteil verwendet werden, sondern sie hat neben der eigenen Freiheit auch immer die Freiheit der anderen zum Ziel.

Gott ist ein Liebhaber und Verfechter der Freiheit, deshalb gibt ER gerne seinen Kindern seinen Geist, damit diese ebenfalls zu Liebhabern und Verfechtern echter Freiheit werden.
Seien Sie in diesem Sinne ein freier Mensch, der selbst frei ist und der anderen zu den notwendigen verschiedenen Formen der Freiheit verhilft.

Matthias Franke

Kirchturm erhält Frischekur

Wer derzeit durch Niederschindmaas fährt und am Friedhof entlangkommt, kann den Zimmerleuten bei ihren schwierigen Arbeiten zusehen. Alle Schiefer des Turmes sind entfernt, und vom Kirchendach Richtung Turmspitze wird die Holzkonstruktion repariert und erneuert. Mitunter müssen große Holzbalken komplett erneuert werden. In welch katastrophalen Zustand manche dieser Balken waren, kann vor Ort besichtigt werden.

Bei den Turmarbeiten kommen auch Schäden zum Vorschein, die vorher nicht ersichtlich waren. Bisher konnten die zusätzlichen Kosten aufgefangen werden, aber man weiß nicht, was noch kommt. Darum ist die Kirchengemeinde weiterhin auf Ihre Spenden angewiesen. Nach Fertigstellung der Balkenkonstruktion wird der Turm jeweils Stück für Stück neu eingeschalt. Maurerseitig werden die Risse im Chorbereich untersucht und durch Bohrungen mit Spezialmischungen verpresst. Im Außenbereich wurden ebenfalls schon Putzarbeiten begonnen. Im Inneren wird der Wiedereinbau der Felderdecke vorbereitet.

Die Gesamtarbeiten liegen im zeitlichen Rahmen, so dass wir guten Mutes sind, das Bauprojekt Kirche Niederschindmaas bis Jahresende zu schaffen.

Friedbert Weise