Verabschiedung Pfarrer Franke

Wie bereits angekündigt wird Pfarrer Franke seinen Dienst in den Schwesternkirchen Anfang des Jahres beenden.

Der Verabschiedungsgottesdienst wird am 8.Januar 2017 um 14:00 Uhr in der Gesauer Kirche sein. Im Anschluss sind Sie noch ins Gemeindezentrum in Gesau eingeladen.

Das letzte mal wird Pfarrer Franke im Allianzabschlussgottesdienst am 15.Januar um 10:00 Uhr in der St.Georgenkirche predigen.

Pfarrer Große von der Georgengemeinde wird die Hauptvertretung übernehmen und von Pf.Pohle und anderen Kollegen aus dem Konventsbereich unterstützt werden.

Kugel und Wetterfahne wieder auf dem Kirchturm

Weithin sieht man sie wieder in der Sonne glänzen. Die restaurierte Kugel und die Wetterfahne wurden auf der Kirchturmspitze der Niederschindmaaser Kirche befestigt. Zuvor wurden im Gemeinderaum, im Beisein von Pfarrer Franke, Bürgermeister Taubert, Architektin Frau Scholz, Kirchenvorstand Weise und beteiligten Handwerkern, zwei Bronzekapseln mit Dokumenten befüllt, verschlossen und in der Kugel verstaut.

Die erste Kapsel wurde mit Ablichtungen der geöffneten alten Kapsel (Urkunde 1872, Schreiben von 1872, 1958 und 1988) und einer Bauernzeitung aus dem Jahr 1988 gefüllt.

Die zweite wurde mit aktuellen Dokumenten (Freie Presse, Gemeindebote, Dennheritzer Anzeiger, Broschüren 775-Jahrfeier Niederschindmaas, Schreiben von Pfarrer und Bürgermeister sowie Euromünzen) befüllt.

Zurzeit ist der Turm zur Hälfte abgerüstet, der Rest des Turmes wird fertig eingedeckt. Anschließend folgt die Eindeckung des Daches. Im Innern des Turmes wird der Glockenstuhl montiert. Die Zimmerarbeiten am Turm werden durch zusätzlich aufgetretene Schäden teuer als geplant.

Um die Zusatzkosten aufzubringen sind wir auch weiterhin auf Ihre Spenden angewiesen. Möglich ist dies direkt bei Frau Müller im Kirchenbüro oder per Überweisung.

Mit dem Baufortschritt können wir zufrieden sein und bei entsprechender Wetterlage könnten die Außenarbeiten bis Jahresende abgeschlossen werden.

Friedbert Weise

Von der Freiheit, die Gott meint

Wann ist ein Mensch frei? Diese Frage hat Menschen schon immer beschäftigt?
Freiheit entscheidet sich bekanntlich nicht an Gittern oder Mauern. Zum Thema `Freiheit´ haben sich alle großen Denker geäußert und sie sind zu bedenkenswerten Erkenntnissen gekommen.

Einige Beispiele: Matthias Claudius: „Niemand ist frei, der nicht über sich selbst Herr ist.“

Heinrich Heine: „Der Knecht singt gern ein Freiheitslied des Abends in der Schenke.“

Marie von Ebner-Eschenbach: „Die glücklichsten Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.“

Stanislaw Jerzy Lec: „Man kann das `Lied der Freiheit ´ nicht auf dem Instrument der Gewalt spielen.“

Karl Heinrich Waggerl: „Den Wert eines Menschen erkennt man zuverlässig daran, was er mit seiner Freizeit anzufangen weiß.“

Benjamin Franklin:“Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“

Alles nachdenkenswert! Aber vor allem nachdenkenswert ist, ob wir selbst frei sind oder wer oder was unsere Freiheit einschränkt oder nimmt.

In der Bibel spielt das Thema „Freiheit“ von Anfang bis Ende eine Rolle. Gott hat den Menschen mit einem freien Willen geschaffen, weil echte Freiheit ein wichtiger Teil der Gottesebenbildlichkeit ist. Die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei ist eines der großen Themen des Alten Testament und die Befreiung des Menschen aus seiner Sünde ist das zentrale Thema des Neuen Testaments. Um dem Menschen seine Freiheit zurückzugeben, deshalb ist Jesus am Kreuz gestorben. Gott liebt die Freiheit und will, dass seine Kinder in Freiheit leben. Der Monatsspruch für Oktober greift das Thema „Freiheit“ auf. Paulus schreibt:

„Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2. Kor.3, 17)

Die Freiheit, die Gott meint und die ER gibt,zeigt sich nicht darin, dass der Mensch tun und lassen kann, wonach ihm gerade ist, sondern dass er das jeweils Richtige zu tun in der Lage ist. Bei diesem Verständnis von Freiheit sind einige Fragen wichtig: 1. Freiheit wovon? 2. Freiheit durch wen? 3. Freiheit wozu?

Zur ersten Frage: Freiheit wovon? Die moderne Technik gibt dem Menschen ungeahnte Möglichkeiten. Viele Maschinen nehmen ihm die Arbeit ab. Durch moderne Medien ist er rund um die Uhr rund um die Welt in Kontakt mit wem er sein möchte. Aber ist er dadurch freier geworden? Ist jemand frei, der unruhig wird, wenn er sein Smartphone länger als eine Stunde nicht nutzen kann? Ist ein Mensch frei, der bei jeder Entscheidung fragt, was denn wohl nun andere über ihn denken werden?

Frage 2: Freiheit durch wen? In vielen Belangen braucht ein Unfreier jemanden, der ihm zu seiner Freiheit verhilft. Jesus kam auf diese Welt, um der Befreier eines jeden Menschen zu werden, der sich nach tiefgreifender Freiheit sehnt.

3.Frage: Freiheit wozu? Richtig verstandene Freiheit wird nie nur zum eigenen Vorteil verwendet werden, sondern sie hat neben der eigenen Freiheit auch immer die Freiheit der anderen zum Ziel.

Gott ist ein Liebhaber und Verfechter der Freiheit, deshalb gibt ER gerne seinen Kindern seinen Geist, damit diese ebenfalls zu Liebhabern und Verfechtern echter Freiheit werden.
Seien Sie in diesem Sinne ein freier Mensch, der selbst frei ist und der anderen zu den notwendigen verschiedenen Formen der Freiheit verhilft.

Matthias Franke

Kirchturm erhält Frischekur

Wer derzeit durch Niederschindmaas fährt und am Friedhof entlangkommt, kann den Zimmerleuten bei ihren schwierigen Arbeiten zusehen. Alle Schiefer des Turmes sind entfernt, und vom Kirchendach Richtung Turmspitze wird die Holzkonstruktion repariert und erneuert. Mitunter müssen große Holzbalken komplett erneuert werden. In welch katastrophalen Zustand manche dieser Balken waren, kann vor Ort besichtigt werden.

Bei den Turmarbeiten kommen auch Schäden zum Vorschein, die vorher nicht ersichtlich waren. Bisher konnten die zusätzlichen Kosten aufgefangen werden, aber man weiß nicht, was noch kommt. Darum ist die Kirchengemeinde weiterhin auf Ihre Spenden angewiesen. Nach Fertigstellung der Balkenkonstruktion wird der Turm jeweils Stück für Stück neu eingeschalt. Maurerseitig werden die Risse im Chorbereich untersucht und durch Bohrungen mit Spezialmischungen verpresst. Im Außenbereich wurden ebenfalls schon Putzarbeiten begonnen. Im Inneren wird der Wiedereinbau der Felderdecke vorbereitet.

Die Gesamtarbeiten liegen im zeitlichen Rahmen, so dass wir guten Mutes sind, das Bauprojekt Kirche Niederschindmaas bis Jahresende zu schaffen.

Friedbert Weise

275 Jahre Kirche St. Andreas Glauchau-Gesau

Kirche ist und bleibt im Dorf

Unser Gemeindefest anlässlich dem 275-ten Geburtstag unserer Kirche in Gesau liegt nun schon wieder einige Zeit zurück. Dankbar blicken wir auf die Tage Anfang September zurück. Vieles war vorzubereiten, zu organisieren, aufzubauen und einzukaufen. Dank vieler fleißiger Hände, rauchender Köpfe und natürlich mit Gottes Hilfe können wir jetzt sagen: Es ist gelungen, es waren schöne Festtage und Gott schenkte uns wundervolles Wetter dazu.

Zunächst nutzten viele Besucher den Donnerstagabend um den aufrüttelnden Film „Gott ist nicht tot“ zu sehen.

Israel Abend mit Michael Schneider zum Gemeindefest 2016Freitagabend war die Kirche wieder voll: Der Israel-Abend mit Michael Schneider zog Besucher aus einem großen Umfeld an, da waren Gäste aus dem Erzgebirge, aus Thüringen und natürlich aus unserer Gemeinde. Durch den Vortrag und die Schabbat-Feier bekamen wir einen Einblick vom Leben in Israel und Gottes Wirken in diesem Land.

Die Andacht um 14.00 Uhr eröffnete am Sonnabendnachmittag das Programm. Am Ende der Andacht ließ unser Diakon die Orgel erklingen. Vor der Kirche standen bereits die Zelte für das Kaffeetrinken bereit. Kuchen gab es dank der fleißigen Bäckerinnen reichlich, 25 Kuchen waren da.

Schminkstand zum Gemeindefest 2016Die Kinder konnten an einer spannenden Kirchenführung teilnehmen, es gab natürlich auch eine für die „Großen“. Die Bläser spielten, es gab verschieden Stände, an denen man u. a. Kunsthandwerk, selbstgemachte Liköre und Bücher kaufen konnte. Für die Kinder gab es noch ein Märchenzelt, ein Schminkstand (den nutzten auch einige „große Kinder“) und natürlich die Feuerwehr.

Bläser zum Gemeindefest 2016

Kunstvoll geschnitztes Obst und Gemüse beim Gemeindefest 2016Zu bestaunen gab es auch kunstvoll geschnitztes Obst und Gemüse – eine Augenweide.

Inzwischen rauchte der Grill, Roster und Steaks wurden fertig, den Durst konnte man am Getränkewagen mit Limo und Bier löschen.

An diesem herrlichen Tag war es ein ständiges Kommen und Gehen.

Konzert von Lutz Scheufler - Nicht ohne meine Gitarre - zum Gemeindefest 2016Abends fand das Konzert von Lutz Scheufler „Nicht ohne meine Gitarre“ statt. Wieder war die Kirche voll. Die Texte waren eindrücklich, erzählten von Gottes Wirken und seiner Liebe und Treue; und das Gitarrenspiel war toll.

Nach dem Konzert nutzten noch etliche die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen oder einfach die laue Nacht zu genießen.

Die Kinder, welche in der Kirche mit unserem Diakon übernachten wollten, waren lange nicht zur Ruhe zu bringen, doch schließlich zog Frieden ein.

Den Abschluss unserer Festtage bildete der Festgottesdienst am Sonntag mit unserem Pfarrer. Im Anschluss wurde bei Kaffee und Kuchen noch miteinander geredet und gelacht.

Wir alle sind sehr dankbar für die schöne Zeit. Ein herzliches Dankeschön an die Vielen, die mit Taten und Spenden geholfen haben: Kuchenbäcker, Bäcker und Fleischer unseres Dorfes, der Bürgerverein, die Feuerwehr, die Helfer aus der Gemeinde, den Leuten, die die Stände betreut hatten und vielen, vielen mehr. Und wie schon in den alten Kirchenblättern stand: „Manches gottgefällige Opfer war geleistet worden nicht nur an Geld, sondern auch an Zeit und ungesehener Mühe und Arbeit (freiwillige Gänge, Fuhren, Lieferung von Material, Beaufsichtigung der Arbeiten ..) … möge unsre Gemeinde immerdar zunehmen an dem Werk des Herrn, und möge es ihr nie fehlen an Gliedern, die Glauben halten und Treue bewahren dem Herrn und seiner Kirche!“ DANKE und AMEN

Katrin Rödenbeck

Gottes Liebe unter die Menschen tragen

Woran merkt man, dass man geliebt ist? Da gibt es sicher eine Menge Möglichkeiten. So wie es unterschiedliche Sprachen für die Kommunikation gibt, so gibt es auch unterschiedliche Sprachen der Liebe. Leider sprechen und verstehen viele nur ihre eigene. Deshalb kommt die Liebe oft nicht an!

Hier nur einige dieser Sprachen:

  • Wertschätzung
  • den Anderen ansehen und vor allem das Gute bei ihm sehen
  • den Anderen kennenlernen, erkennen, nie mit ihm fertig sein
  • beim Anderen Gaben sehen und fördern
  • den Anderen nie klein, sondern groß machen
  • den Anderen nicht festlegen auf das, was war
  • Zeit haben füreinander
  • verzeihen und neu anfangen
  • den Anderen beschenken mit Geschenken, die von Herzen kommen
  • Zweisamkeit – nichts und niemand ist mir jetzt wichtiger als Du
  • Zärtlichkeit
  • Hilfsbereitschaft
  • man will den geliebten Menschen in seiner Nähe haben.

Nun sagt Gott in seinem Wort an sehr vielen Stellen, dass er seine Menschen liebt, ja dass Gott die Liebe ist. Der Monatsspruch für September bringt dies zum Ausdruck:

„Gott spricht: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ (Jeremia 31,3)

Gott liegt an jedem Menschen, aber er lässt ihm die Freiheit, seine Liebe anzunehmen oder abzulehnen. Liebe ohne Freiheit ist keine Liebe. Kein Mensch spricht alle Sprachen und niemand alle Sprachen der Liebe. Nur Gott spricht sie alle. Nirgendwo werden diese Sprachen so umgesetzt wie bei seinem Sohn Jesus. Seit Pfingsten ist es Gottes Strategie, dass seine Jünger, seine Gemeinde, seine Liebe unter die Leute bringen. Wie nahe eine Gemeinde an Gott und seinem Wort ist, zeigt sich unter anderem daran, dass sie ein Ort der erfahrbaren Liebe Gottes ist. Leider sind Christen oft ihrer Umwelt diese Liebe schuldig geblieben. Aber so wie Gott die Welt, die seine Liebe nicht will, nie aufgegeben hat, so hat er auch seinen Wunsch nicht aufgegeben, die Menschen durch seine Gemeinde mit seiner Liebe zu erreichen.

Wenn wir in Gesau den 275. Jahrestag unserer St. Andreas Kirche feiern, dann ist da ganz viel Grund zur Dankbarkeit, dass Gott unsere Gemeinde so lange erhalten hat. Aber da ist auch die zukünftige Herausforderung an uns Christen, dass Gott jeden von uns gebrauchen möchte, dass seine Liebe zu den Menschen kommt. Gott möchte jeden von uns gerne zu sich ziehen, weil er uns liebt, und Gott möchte durch jeden von uns gerne auch die Anderen zu sich ziehen, weil er auch die Anderen liebt.

Seien Sie herzlich eingeladen zu den Festveranstaltungen, aber auch zu den regulären Gruppen, Kreisen und Gottesdiensten – und tragen Sie mit dazu bei, dass Gottes Liebe zu uns und unter die Leute kommt.

Matthias Franke

Festprogramm zum Jubiläum – 275 Jahre St. Andreas Kirche Glauchau

In Gesau steht ein großes Ereignis ins Haus: die 275-Jahr-Feier unserer Kirche St. Andreas. Das Gotteshaus wurde im September 1739 begonnen zu bauen und im November 1741 fertiggestellt und geweiht. Bei dem Bau handelt es sich um einen Erneuerungsbau als Nachbildung der Mutterkirche St. Georgen zu Glauchau.

Festprogramm 275 Jahre St. Andreas Kirche Gesau

Festprogramm 275 Jahre St. Andreas Kirche Gesau

In alten Unterlagen geblättert

Der Kirchenbau kostete laut genau geführter Rechnung 2669 Taler, 11 Groschen und 11 Pfennige. In den alten Kirchennachrichten stand zu dieser Zeit folgendes:

Unser Gotteshaus ist im Jahre 1740 und 1741 auf der Stelle des veralteten von Grund aus ganz neu erbaut. Die hierzu erforderlich gewesenen Steine sind bei strenger Winterkälte 1739 und 1740 auf dem damals stark zugefrorenen Muldenflusse größtenteils aus den bei Zwickau liegenden Steinbrüchen herbeigeschafft worden, wobei die ganze Kirchfahrt Gesau, Höckendorf und Schönbörnchen die dazu nötigen Frohnfuhren und Handarbeiten willig leistet. Unverkennbar zeigte sich schon damals beim Bau der Kirche ein frommer und reger Sinn in der Gemeinde, was aus dem hier beifolgenden Verzeichnisse derjenigen Wohlthäter zu ersehen ist, welche zu jener Zeit teils mit Geld und anderen wertvollen Andenken die Kirche beschenkten: Georg Engel, Christoph Eger, Georg Reichenbach, Matthäus Dreisel, Georg Keller, Thomas Eger, Georg Weber, Christoph Hecht, Friedrich Flehmig, Michael Reichenbach, Georg Prüstel, Georg Schwarzenberg, Jacob Weber und Maria Rosine verw. Rabe – sämmtlich Gemeindeglieder – schenkten der Kirche 22 Thlr. 12 Gr., die Frau von Weisbach auf Thurm den mehrfach erwähnten Taufengel. Einige christliche Personen schenkten dem geheiligten Gebäude ein Evangelienbuch nebst Agende, Neumeisters Sabbaths-Arbeiten und dessen Predigtbuch über die Episteln, ein Crucifix, ein blaues Tuch mit gelben Borten über das Pult, ein paar Leuchter mit Wachskerzen auf den Altar, letztere zum ersten Mal ersetzt 1833 durch 2 neue Altarleuchter, gestiftet von dem hiesigen Pferdebauer und Gerichtsschöppen Johann Samuel Schwarzenberg, wozu der Pferdebauer und Gerichtsschöppe Johann Adam Gottlieb Schwarzenberg in Höckendorf und der Pferdebauer Johann Gottlieb Engelmann daselbst ein Paar Wachskerzen stifteten, zum zweiten Male aber ersetzt a. 1885 durch zwei neue stilvolle Altarleuchter zum Preise von 100 Mark, gestiftet aus Anlaß der Geburt eines gesunden Töchterchens von Herrn Gutsbesitzer und Kirchenvorsteher Hermann Engelmann in Höckendorf. Endlich schenkte der Herr Graf Otto Ernst von Schönburg das Schloß an der großen Kirchenthür. Zugleich ward in diesem Jahre ein neues Kreuz beschafft, „denen Leichen vorzutragen“ für 1 Thlr. 12 Gr.

Es wird weiter berichtet, dass im Jahre 1788 die Orgel angeschafft wurde. 1794 erhält die Kirche eine neue Kanzeluhr, zum Preise von 8 Thlr., wozu die Gemeinde die Hälfte beiträgt, gekauft von Johann Christoph Fels in Glauchau. „Die Uhr ging 1 Stunde und schlug die Viertelstunden zur Erinnerung für den Prediger, damit er es nicht zu lange mache.“

Der kleine Ort Gesau besaß schon vor der Reformation eine Kirche, das bezeugt die Beschriftung der Glocken mit den Jahreszahlen 1478 und 1508. Auf einem alten Taufstein war die Jahreszahl 1299 zu erkennen.

Einladung

Es gab und gibt in Gesau eine kleine aber feine Kirche. Und nun wird der Neubau 275 Jahre jung. Darüber freuen wir uns und wollen feiern. Im Zeitraum vom 1. bis 4. September findet in und um die Kirche St. Andreas ein Gemeindefest statt, zu dem wir Sie alle herzlich einladen. Das Festprogramm dazu finden Sie in diesem Gemeindebote. Bringen Sie gern Ihre Bekannten und Freunde mit. Zeigen wir auch heute unseren regen und frommen Sinn. Die Vorbereitungen auf dieses Fest laufen auf Hochtouren. Wie immer benötigen wir auch hier fleißige Hände, die beim Auf- und Abbau oder Kuchenbacken helfen. Bitte melden Sie sich in der Kanzlei .

„Manches gottgefällige Opfer war geleistet worden nicht nur an Geld, sondern auch an Zeit und ungesehener Mühe und Arbeit (freiwillige Gänge, Fuhren, Lieferung von Material, Beaufsichtigung der Arbeiten ..)“, hieß es schon in der alten Ausgabe der Kirchennachrichten und weiter: „… möge unsre Gemeinde immerdar zunehmen an dem Werk des Herrn, und möge es ihr nie fehlen an Gliedern, die Glauben halten und Treue bewahren dem Herrn und seiner Kirche!“

Katrin Rödenbeck

Dennheritzer Orgel bleibt länger stumm

Eigentlich sollte die Dennheritzer Orgel am 28. August bei einem festlichen Konzert erstmals seit Monaten wieder erklingen. Ende Juni wurde allerdings klar, dass der ursprünglich vom Orgelausschuss eingeplante zeitliche Puffer für die Restaurierung nicht ausreichen wird. Grund sind unerwartet lange Lieferzeiten für die Motoren der neuen Balgaufzugslange. Erst nach deren Einbau können die rund 1000 Pfeifen final intoniert werden. Als neuen Termin für das Ende der Restaurierung hat die Orgelbaufirma Bochmann nun Ende September genannt. Angesichts dessen hat der Orgelausschuss einen neuen Einweihungstermin mit Prof. Matthias Eisenberg vereinbart: Freitag, den 14. Oktober, um 19.30 Uhr. Bitte merken Sie sich dies in Ihrem Kalender vor!

Wie schon angekündigt, ist der Eintritt zu dem Konzert frei. Die Kirchengemeinde möchte sich auf diese Weise bei allen Unterstützern der Orgelrestaurierung bedanken.

Orgel Kirche Dennheritz

Vom Fortschritt der Arbeit an dem historischen Instrument haben sich mehrere Fachleute sowie Vertreter des Orgelausschusses und Kirchenvorstandes am 24. Juni bei einer Klangprobe überzeugt. Dabei wurde noch einmal untermauert, dass die Orgel – wie bereits angedacht – eine Aufzugsanlage für die historischen Bälge erhalten soll. Dadurch sollen nicht nur alle drei bereits auf Vordermann gebrachten Original-Bälge wieder in Betrieb gehen, sondern es soll sich auch die Luftzufuhr des Instruments deutlich verbessern.

Andreas Hummel

Pfarrer Frankes Abschied Ende 2016

Franke

Pfarrer Matthias Franke

Liebe Gemeinden,

im Buch „Prediger“ steht im 3.Kapitel eine Erfahrung, die für alle Menschen gut ist, zu berücksichtigen. Da heißt es: „Alles hat seine Zeit und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“. Dann wird aufgezählt: Aufbauen und abreißen, säen und pflanzen, geboren werden und sterben, klagen und tanzen, behalten und wegwerfen – alles hat seine Zeit.

So hat das Ankommen und Bleiben, aber auch das Abbrechen und Weiterziehen seine Zeit. Als meine Frau und ich vor 7 1/2 Jahren nach Dennheritz gezogen sind, da erschienen uns 8 Jahre bis zum Ruhestand relativ lang. Nun sind wir bereits 7 1/2 Jahre Pfarrersleute in Gesau, Dennheritz und Niederschindmaas. Es kamen noch Remse, Weidensdorf und Jerisau dazu, und in der Rückschau erscheint es uns wesentlich kürzer. Nun sind wir auf der Zielgeraden angekommen und unsere Zeit in den o.g. Gemeinden ist nun sehr überschaubar geworden. Wir haben eine Bleibe für die Zeit unseres aktiven Ruhestandes gefunden. Wir rechnen damit, dass wir bis Ende des Jahres noch in Dennheritz wohnen werden und zu Beginn des neuen Jahres in unser neues (vermutlich unser letztes) Zuhause ziehen werden. Das gehört zum Pfarrerberuf dazu, dass wir erst am Ende des Berufslebens ankommen und auch dies wird zeitlich begrenzt sein.

Aber noch haben wir – wenn der Gemeindebote Sie erreicht – 7 Monate miteinander. Und wir wollen diese Zeit nutzen. Wenn Sie mich in die Kreise einladen möchten, dann komme ich gerne, aber wenn die Einladung nur einen Tag vorher kommt, dann werde ich sie in den seltensten Fällen wahrnehmen können.

Es wird nach der Ferienpause vielleicht noch das eine oder andere Angebot für das Überstehen der Vakanzzeit geben. Zum Glück hängt „Gemeinde“ nicht von einem Pfarrer ab. Vakanzzeiten sind immer auch Zeiten, in denen Menschen ihr speziellen Berufungen entdecken. Aber noch sind wir da und wir wollen diese Zeit bewusst nutzen.

Gotteslob tut unserer Seele gut

Liebe Gemeinde,

es gibt wenige Dinge, bei denen der Geschmack so weit auseinander geht wie bei der Musik. Wer die Musik nach dem Gewicht der verwendeten Instrumente beurteilt, ist entweder Metall- oder Holzverarbeiter oder er hat das Wesen von Musik nicht wirklich verstanden. Es gibt auch durchaus sehr falsche Vorstellungen von Musik. So stimmt der Kanon „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder“ einfach nicht. Doch, das haben sie und oft wurde Hass und Verachtung anderer mit Musik transportiert. Was man so mit trällert, wandert vielleicht doch in die unteren Schichten der Seele und wirkt dort intensiver als man vielleicht ahnt. Musik ist heute ein Milliardengeschäft und wie der Eurovision Song Contest bewies, kann Musik sofort zu einem Politikum werden. Musik kann Therapie für die Seele sein und Teil des Klassenkampfes.

Musik spielt in der Bibel und damit auch im Glauben eine wichtige Rolle. Durch Musik wurde in allen Jahrhunderten die gute Nachricht von Jesus verbreitet und mit Musik wurde Gott gelobt, der Mensch erfreut und oft wurde Traurigen Trost und neue Hoffnung vermittelt. So ist Musik immer ein Teil der Gemeindearbeit gewesen und für viele ist Musik Teil und Ausdruck ihres Glaubens.

Der Monatsspruch für Juni verbindet Musik und Glauben (2.Mose15,2):

Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden.

Dieser Liedanfang stammt von Mose. Kurz vorher war den Israeliten das Singen vergangen. Sie wurden von Pharao und seinem Heer bedroht. Vor ihnen war das Schilfmeer, recht und links von ihnen die Wüste und hinter ihnen kam die damals hochgerüstetste Armee der Ägypter immer näher! Ausweglos schien die Lage. Vielleicht hätte man noch Zeit für Klagelieder oder den Blues gehabt. Aber dann hat Gott sich seines Volkes erbarmt, die Feinde besiegt und nun hat Israel allen Grund, Gott zu loben. „Er ist für mich zum Retter geworden!“

Aber nicht erst nach der Rettung lohnt es sich zu singen. Das Gotteslob tut unserer Seele gut, ganz gleich wie unsere Situation ist. Das Gotteslob lässt uns manchmal erst den Retter erkennen. Er ist ja da! Es heißt im Text: Damals sangen Mose und die Israeliten dieses Lied dem Herrn. Gemeinsam singen macht stark, nicht nur auf dem Fußballplatz, auch in der Gemeinde.

Lassen Sie sich einladen in unsere Gottesdienste und gemeinsam Gott loben!
Bald wird auch die Dennheritzer Orgel den Gemeindegesang wieder unterstützen. Dann ist es gut, wenn eine große Gemeinde da sein wird.

An dieser Stelle allen ein Dankeschön, die in unserer Gemeinde musizieren.
Gott loben kann man allein und in großer Zahl! Eine singende Gemeinde ist eine im Glauben wachsende Gemeinde!

Matthias Franke